[Review] Egotronic – Die Natur ist dein Feind

Titel : Die Natur ist dein Feind
Künstler : Egotronic
Label : Audiolith Records
Genre : Punk/Electro
Bewertung : ★ ★ ★ ★ ★ ★ ★ ☆ ☆ ☆ | 07/10

Die Natur ist dein Feind

Durch das fleißige Rühren der Werbetrommel von Band und Label, inklusive Dementi-Kampagne und Story zum Cover wuchs die Vorfreude nicht nur bei den Herrscherfamilien Castro und Kim stetig an (unglaublich authentische Fotos auf Facebook haben das bewiesen). Doch nun ist es endlich soweit und mit „Die Natur ist dein Feind“ erscheint das mittlerweile sechste Album der Band um Elektropunk-Urgestein Torsun Burkhardt. Die personellen Veränderungen durch den Ausstieg von Tili und Endi wurden durch Reuschi, Chrü und Kilian ausgezeichnet kompensiert, die auch für den neuen Sound der Band stehen, der sich in Richtung der klassischen Punkband mit Gitarre und echtem Schlagzeug entwickelt. Wer auf Elektrobretter à la Lustprinzip hofft wird bei diesem Album enttäuscht werden. Doch wer die Entwicklung der Band in den letzten Jahren verfolgt hat, weiß dass Egotronic noch einiges mehr drauf haben. Die lieben Leute von Audiolith gaben uns die Möglichkeit schon mal in das Album reinzuhören, damit wir euch berichten können, was Torsun zusammen mit seinem langjährigen Wegbegleiter Kilian zusammen gebastelt hat.

Das Album

Zuallererst der Titel, harter Tobak! In Zeiten von Atomausstieg und Bio-Wahn soll gerade die Natur unser Feind sein? Warum beschützen wir die Drecksau denn dann wo es geht!? Spaß beiseite; Torsun hat den Titel in zahlreichen Interviews zunächst mit dem Hinweis auf seine Krankheit erklärt. Seit geraumer Zeit leidet er an einer rheumatischen Erkrankung, die es ihm teilweise nicht einmal ermöglichte sich normal zu bewegen, ohne Medikamente zu nehmen. Dies zeigt, dass die Natur auch den härtesten Raver schaffen kann. Andererseits bezieht er sich auf Naturkatastrophen, von denen sich der Mensch kaum erholen kann, auch wenn die Natur anschließend weiter ihren normalen Weg geht. Zu diesen Erklärungsansätzen kann man stehen wie man möchte, sie bilden jedoch die düstere Grundlage für das Album. Insgesamt ist dieser sechste Longplayer der Band der negativste und wütendste. Es werden jedoch auch Gefühle, wie Melancholie und Liebe angesprochen. Die Partystimmung, die frühere Werke schaffen, stellt sich zu keiner Zeit ein. Das soll sie auch gar nicht, denn bei den gesellschaftlichen Missständen und persönlichen Ängsten die thematisiert werden vergeht die Lust zu feiern ganz fix.

Musikalisch wendet sich das Album vom Elektropunk ab und bewegt sich eher in indie- und punklastigen Sphären. Böse Zungen könnten behaupten die Musik sei poppiger geworden, doch Torsun belehrt uns eines Besseren, weil Pop stinkt! Eine Steigerung durchzieht das Album, auch wenn die Qualität durchgehend hoch ist, scheinen die Songs jedoch zum Ende hin intensiver zu werden und der Elektroanteil nimmt stetig zu.

Die Lieder

Die Natur bildet den Anfang mit dem Titeltrack und begegnet uns auch zum Abschluss in dem Cover der Punkband Dackelblut; „Edwin van der Sar“ wieder, in dem in bekannter antideutscher Manier gefordert wird:

Eine Naturkatastrophe nur für Deutschland
Alles sollte hier mal endlich explodieren
Warum haben wir keinen Vulkan der kotzen muss wie ich?
Warum wird das alles blöder hier?
Eine Naturkatastrophe wie die Mauer oder so, oder 0:8 gegen Holland

Auch die Rechtsrocker von Frei.Wild bekommen im bereits vorab auf Youtube veröffentlichten „Band der Vollidioten“, unterstützt durch einen Chor bestehend aus den Toten Crackhuren im Kofferraum ihr Fett weg. Für diese Songs, die das Album abschließen, kennt und liebt man Egotronic, doch nun noch einmal zu den etwas ungewöhnlicheren Klängen auf diesem Album. In düsterer und wütender Stimmung setzt sich Torsun mit den Themen Flüchtlingspolitik („Ich will nicht rein“), Exklusion Andersdenkender („Nicht dazu gehör’n“) und genereller Unsicherheit in persönlicher und gesellschaftlicher Hinsicht auseinander. Doch auch aufbauende Worte blitzen zwischendurch auf:

„Ich sage dir: „Ich liebe dich.“ Das weißt du wohl. In dieser Nacht voll Unvernunft, bist du mein ruhiger Pol“
Song: Nocht nicht vorbei

Die Songs „Oh Oh“ und „Pop Stinkt“ zeigen, dass gute Lieder keine ausgefallenen Titel brauchen. Das dies jedoch nicht schadet, beweist der wunderbare Song „Neurosen im Garten“:

„Ich bin nicht stark, die Gedanken nicht rein, doch bist du da fühl‘ ich mich nicht mehr allein und komme klar mit den Neurosen im Garten. Ich pflück‘ dir eine und wir lachen nur.“

Der Sound

Wie bereits erwähnt ist der Sound sehr viel stärker von der klassischen Punkbesetzung geprägt, als es bei früheren Werken der Fall war. Die Abkehr vom basslastigen und C64-geprägten Sound passt jedoch sehr gut zu den düsteren und wütenden Texten, die auf dem neuen Album vorherrschen.

Fazit

Keine Liebe auf den ersten Blick, aber bei mehrmaligem Hören entdeckt man, wie facettenreich und eingängig das Album tatsächlich ist. Egotronic schaffen es mal wieder gesellschaftliche Missstände auch für Menschen außerhalb der Schrammel-Punk-Gemeinde musikalisch aufzubereiten. Wer Torsun und seine Kollegen bereits das ein oder andere Mal live bestaunen durfte, wird auch nach diesem Album schnellstmöglich zur Vorverkaufsstelle seines oder ihres Vertrauens laufen und sich ein Ticket für anstehende Shows sichern.
„Die Natur ist dein Feind“ zeigt eindrucksvoll Gründe auf fürs gemeinsame Raven wegen und gegen Deutschland!

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[Preview] ClickClickDecker – Ich glaub dir gar nichts und irgendwie doch alles

Ich glaub dir gar nichts und irgendwie doch alles.

Ein Albumtitel der sich nahtlos in die Tradition langer Albumtitel großartiger Bands der Hamburger Schule einfügt (Kettcar – Von Spatzen und Tauben, Dächern und Händen. // Herrenmagazin – Das wird alles einmal dir gehören). ClickClickDecker haben nun also nach mehr als 3 Jahren, zum 12. Jährigen Bandjubiläum, endlich wieder ein Studioalbum gebastelt.

Momentan sind wir noch eifrig am hören, aber schon nach drei Liedern können wir sagen. Hörenswert. Also einfach mal reinhören. Playlist ist angehängt. Review kommt.

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[Interview] Captain Capa

Nach den Kids of Adelaide haben wir hier das zweite Interview vom Landauer Sommer / Sommercafé für euch. Captain Capa [Homepage] [Facebook] [Soundcloud]. Ihres Zeichens unfassbar gute Musiker. Angesiedelt in der elektronischen Richtung des musikalischen Spektrums unserer Welt, verwundert es nicht, dass ihre Lieder zu einem Großteil stark nach vorne gehen. So auch ihre Live-Auftritte. Schaut euch die Jungs also am besten unbedingt auf der ganz baldig beginnenden Tour zum neuen Album an. Es lohnt sich.

Zu allererst einmal: Wie geht’s euch? Wie lief die Festival-Season?

Danke, fantastisch! Wir stecken grad mitten im Album-Promo-Rummel, aber die Festivalsaison war wirklich der Knaller. Mit befreundeten Bands im Sommer auf Festivals rumhängen – das ist schon ein bisschen die schönste Zeit im Jahr. Jetzt freuen wir uns trotzdem wieder auf unsere dunklen, miefigen Blitzlicht-Clubs im Herbst.

Ihr seit zwar schon ziemlich erfolgreich, aber es soll ja immer noch Leute geben die euch nicht kennen. Von daher stellt euch doch nochmal kurz vor.

Wir sind Hannes und Maik und machen als Captain Capa elektronische Popmusik mit Emo-Unterbau, Indie-Pathos und sonstigen Überraschungen.

Captain-Capa

Wie kamt ihr zur Musik und wo habt ihr euch kennen gelernt oder spielt ihr schon immer zusammen?

Wir kennen uns tatsächlich schon seit der Grundschule und haben mit 14, 15 zum ersten Mal zusammen in Bands gespielt. Später haben wir uns dann an elektronische Musik herangetastet und festgestellt, dass das genau das richtige für uns beide ist.

Könnt ihr noch andere Instrumente spielen, neben Gitarre und „DJ-Pult“?

Mit DJ-Kram kennen wir uns gar nicht so aus, bei uns stehen ja eher Synthesizer und Midi-Keyboards auf der Bühne. Eigentlich kann keiner von uns ein Instrument spielen, das Tastengeklimper haben wir uns ein bisschen selbst beigebracht und Maik spielt halt schon länger Gitarre. Beim Musikmachen kommt es uns eher auf gute Ideen und tolle Melodien an, als dass man irgendwas irgendwo gelernt hat und virtuos beherrscht. Wir haben uns auf dem neuen Album Foxes trotzdem ordentlich ausgetobt und mit Mini-Gitarren, Klangspielen, Kinderkeyboards oder Percussion-Kram rumgespielt.

Wie kamt ihr auf die Idee ein „DJ-Pult“ und eine E-Gitarre zusammen zu packen? Die Kombo hab ich so in der Art vorher noch nie gesehen.

Wie bereits erwähnt haben wir mit DJ-Pulten zum Glück nicht so viel am Hut. Wir produzieren hauptsächlich am Rechner mit Controllern und Synthesizern und viel Kleinkram. Auf der Bühne benutzen wir dann Synthies, Midi-Keyboards, Pad-Controller und ähnliches. Und Maiks Gitarre, natürlich.

Captain-Capa

Wieso singt ihr auf Englisch?

Bei unserem Sound geht es vor allen Dingen immer um Gefühle, die wir irgendwie rüberbringen wollen. Da war die Stimme von Anfang an in erster Linie ein weiteres Instrument, bevor es um die Botschaft in den Texten ging. All unsere Vorbilder und Einflüsse kommen außerdem aus dem englischsprachigen Sektor, weshalb das irgendwie der logische Schritt war, um genau die Art von Musik herauszubekommen, die wir machen wollten.

Wie kam es dazu, dass ihr mit Deniz Jaspersen zusammengearbeitet habt? Die Musikrichtungen sind ja doch sehr unterschiedlich.

Wir waren schon immer große Fans von Herrenmagazin. Als wir die Jungs dann 2010 auf einem gemeinsamen Festival kennen gelernt haben, haben wir uns sofort blendend verstandend, maßlos besoffen und festgestellt, dass Deniz und wir den gleichen Geschmack haben, was überkitschte Emobands der frühen 2000er angeht. Wir haben uns dann quasi sofort verabredet, einen Song zusammen zu schreiben, der genau in diese Bresche schlägt.

Ihr habt nun euer mittlerweile drittes Studioalbum (Foxes) für den 25.10.2013 angekündigt. Im Netz findet man dazu bisher nur sehr wenige Informationen, könnt ihr ein weig darüber erzählen? Soundbild, etwaige Gäste usw.?

Wir waren die letzten zwei Jahre ziemlich viel unterwegs, haben wahnsinnig viele Konzerte gespielt und unter anderem eine kleine Amerikatour aufgefahren – aus den Geschichten und Gedanken, die sich in der Zeit abgespielt haben, ist dann im Winter diesen Jahres Foxes entstanden. Die Platte ist ein ganzes Stück düsterer als ihre Vorgänger geworden, weil wir ein bisschen tiefer in uns rein geschaut haben und uns als Personen ein bisschen kritischer betrachtet haben. Soundmäßig haben wir trotz all der düsteren, melancholischen Themen eine elektronische Pop-Platte mit Ecken und Kanten aufgenommen. Wir haben uns total ausgetobt, was Experimente und merkwürdige Soundlandschaften anging, aber versucht, den Popsong als solches nicht außer Acht zu lassen. Features gibt es diesmal nicht so viele, dafür waren uns die Songs zu intim – aber wir haben einen wahnsinnigen Dance-Brecher mit Strizi von Frittenbude aufgenommen und ein paar Freunde eingeladen, um kleine Chöre einzusingen oder Gitarren einzuspielen. Wer also genau hinhört, kann Fuck Art Let’s Dance singen hören oder ein Gitarrenriff von Escapado-Seb entdecken.

Captain-Capa

Gibt es noch etwas was wir vergessen haben zu fragen oder was ihr unbedingt los werden möchtet?

Wir können euch höchstens mit offenen Armen zu unserer Tour im Herbst einladen, die am 25.10. los geht! Gerade können wir es nämlich kaum erwarten, mit den neuen Songs auf Tour zu gehen und endlich wieder durch die Clubs zu tingeln.

Wir danken euch für das Interview und wünschen euch für die anstehende Tour zum neuen Album alles Gute!

DANKE <3 <3 <3

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[Interview] Kids of Adelaide

Einer von uns wohnt ja mittlerweile in Landau. Da gibt es im Sommer immer so coole Musikfeste. Das Sommercafé an der Uni und den Landauer Sommer in der Innenstadt. Die Musik ist vielfältig und bietet insbesondere lokalen unbekannteren Bands, aber auch schon überregional bekannten Bands, die Möglichkeit neue und alte Fans zu begeistern. Die nächsten Wochen werden wir einige dieser Bands, die im Jahre 2013 aufgetreten sind, vorstellen. Freut euch drauf. Es sind sehr coole dabei. Den Anfang machen die Kids of Adelaide. Ein FolkDuo mit bereits zwei veröffentlichten Alben und einer super Live-Show. Wer sie mal sehen möchte checkt am besten den Tourplan.
So. Bevor ich jetzt alles selbst erzähle übergebe ich das Wort an die beiden.

Erst einmal – wie geht es euch?

Danke, gut.

Man kann zwar einiges über euch im Internet erfahren, aber für unsere Leser: Fasst doch nochmal bitte kurz zusammen wer ist seid und was ihr macht.

Wir sind die Kids of Adelaide und machen IndieFolk.

Seit wann macht ihr beide Musik? Könnt ihr noch andere Instrumente spielen?

Wir sind schon länger dabei was das Musik machen angeht. Wir spielen beide Mandoline, BassDrum, Fußschelle, Stromgitarre und Mundharmonika.

Kids of Adelaide live

Wir hatten uns auf dem Landauer Sommercafé kennen gelernt – wie war für euch das Konzert?

Sehr cool….wir haben uns beide gegen ein Studium entschieden um uns mit aller Kraft auf die Musik konzentrieren zu können, wenn wir dann auf einen Studentenfest ist das schon immer was ganz besonderes für uns….die gut gelaunten Studenten, immer lustig und entspannt…und hübsch.

Ihr spielt laut eurer Homepage wahnsinnig gerne als Straßenmusiker, gibt es einen Unterschied zwischen Straße und Bühne bzw. spielt man auf der Bühne anders? Gibt es auf der Straße evtl. mehr „Interaktion?“

Ja, es gibt deutlich mehr Interaktion auf der Straße. Wem es nicht gefällt der läuft weiter. Wir haben vor allem am Anfang ziemlich viel auf der Straße gespielt, um Geld zu verdienen und um LIVE aufzutreten. Man kann dort ziemlich gut testen wie ein Lied ankommt oder Variationen testen.

Seit ihr bei einem Label unterschrieben habt. Macht ihr überhaupt noch Musik auf der Straße?

Wir sind bei Green-Elephant-Records unter Vertrag. Mittlerweile haben wir so gut wie jedes Wochenende ein Konzert, da bleibt die Straße öftersmal auf der Strecke.

Was hat sich seitdem für euch verändert? Sowohl im Entstehungsprozess der Musik als auch sonst? Könnt ihr mittlerweile von der Musik leben?

Ja, wir leben noch.

Kids of Adelaide

Vielen Menschen den ich eure Musik gezeigt habe, haben relativ schnell einen Vergleich zu Mumford&Sons gezogen. Würdet ihr dem zustimmen?

In England würde man wohl eher sagen, dass wir klassisches FolkDuo sind. So wie Mumford & Sons bedienen auch wir uns an Folk Elementen. Mehrstimmiger Gesang, Percussion Elemente, Westerngitarrem, Mandoline …aber mit Mumford&Sons kann man sich schon vergleichen lassen.

Wieso sind eure Texte eigentlich auf Englisch?

Das haben wir uns auch schon gefragt. Letztendlich haben wir dann gecheckt, dass Englisch unsere musikalische Muttersprache ist.

Mit „HOME“ habt ihr mittlerweile euer zweites Album veröffentlicht. Kann man das erste „Songs For You And Me“ noch irgendwo erstehen? Bzw. plant ihr ein Re-release, evtl auch in digitaler Form?

Überraschung…

Kids of Adelaide Studio

Plant ihr schon ein drittes Album oder sind jetzt erstmal Konzerte angesagt?

Wir arbeiten ständig an neuen Songs die wir dann auch LIVE direkt testen. Sprich wir werden weiterhin Konzerte spielen, Ende des Jahres auf Tour gehen und ein neues Album wird es dann auch irgendwann geben.

Habt ihr noch irgendetwas, was ihr unbedingt sagen wollt oder was wir vergessen haben zu fragen?

Danke für das Interview.

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[Interview] Yogi Bignolas

Der Zufall kann eine dreckige Geliebte sein, die einen ein ums andere mal fickt. Doch von Zeit zu Zeit pflegt er auch uns aufs erstaunlichste positiv zu überraschen. Eine dieser positiven Überraschungen fand im Dezember 2012 in der Kaufbar in Braunschweig statt – eine niedliche kleine Bar mit einer fülle an Kulturveranstaltungen und einem käuflichen Interieur. Im Dezember ’12 fand in eben dieser Bar eine offene Bühne statt, auf der Jörg das Glück hatte vor dem folgenden Künstler auftreten zu dürfen, denn sonst hätte ich es mir vermutlich gleich sparen können. Nach einem rundum Gelungen Auftritt, gelang es mir dann, ganz Fanboy, die Adresse seiner Soundcloudpage zu sichern, welche dann ja auch sogleich bei Roadeo geteilt wurde.
Nach diversen Irrungen und Wirrungen, haben wir es nun geschaft die Jacobs Krönung der SingerSongWriter Szene in der Umgebung Braunschweig zu einem Interview zu bewegen. Hier also das Interview mit Yogi Bignolas.

Woher kommst du?

Aus der Stadt an der Weser – Bremen. Ich lebe aber in Braunschweig.

Wie kamst du auf deinen Künstlernamen?

Wollt ihr die ganze Story? Wirklich?!

Okay, das war so: Ich habe mal für eine Zeit in Schweden gelebt. Dort habe ich von meinen Mitbewohnern in einer ziemlich abgefahrenen WG den Spitznamen Yogi bekommen. Aufhänger dafür war wohl eine Blaubeer-Joghurt-Tüte mit der Aufschrift „Yoggi“. Damals hab ich dann viel Musik mit einem ziemlich coolen Typen aus Frankreich gemacht – Pierre Bignolas. Bei meinen ersten Aufnahmen hat der ein bisschen mitgesungen, Klavier gespielt und mir richtig gute Feedbacks zu Arrangements gegeben. Ihm habe ich wahnsinnig viel zu verdanken und deshalb bin ich Yogi Bignolas.

Seit wann machst du Musik?

Yogi Bignolas

Ich glaube, 2004 habe ich mit Gitarre angefangen. Dann hatte ich 5 Jahre lang eine super Zeit in meiner Band und diese ganze Singer-Songwriter-Sache mache ich erst so richtig seit 2011.

Wie kamst du zur Musik?

Hehe, mein Patenonkel hat mich einfach irgendwann völlig unvermittelt gefragt, ob ich Gitarre lernen will. Dann hab ich „Ja“ gesagt und Gitarre gelernt. Irgendwann davor hab ich mal in so ’ner Samba-Band eine von den großen Trommeln gespielt, die man immer mit sich rumschleppt. Da kommen bestimmt die allerersten Erfahrungen her. Auch die Zeit war sehr witzig. Aber so richtig intensiv ist es dann mit der Gitarre geworden. Alleine zu spielen, das kommt, weil wir unsere Band nach dem Abi dann leider aufgelöst haben – Der Klassiker. Ich hab dann quasi aus der Not heraus erstmal alleine weitergemacht. Mit der Entscheidung bin ich im Nachhinein aber sehr zufrieden. 😉

Welches war dein erstes Instrument? Kannst du noch weitere spielen?

Also das erste „richtige“ ist die Gitarre gewesen. Ich kann aber auch ein bisschen Bass spielen und im Schlagzeugern bin ich so gut, wie Mike Tyson im Singen. Doch auch das macht mir Spaß. Ich kann auch ganz passabel Kazzoo spielen, nur bei der Nasenflöte haperts ein bisschen. Das reißt dann aber mein Talent an den Klanghölzern wieder raus.

Du singst auf Englisch? Wieso?

Ich kenne natürlich viel mehr Deutsche Wörter als Englische. Auf Englisch bin ich damit nicht unbedingt gezwungen, Dinge großartig zu umschreiben. Das hat aber nix mit Faulheit zu tun – für’s Texten nehme ich mir immer viel Zeit. Man muss, meiner Meinung nach, echt schon viel lyrisches Talent an den Tag legen, um wirklich schöne Texte auf Deutsch zu verfassen. Ich hab das ein paar mal versucht, bin dann aber immer wieder in dieselben Muster verfallen. Das war nicht so wahnsinnig vielseitig. Außerdem wurde damals in Schweden, als das alles noch in den Kinderschuhen steckte, fast gar kein Deutsch, dafür viel Englisch und ein bisschen Schwedisch geredet. Das hat den Stil ziemlich geprägt. Unter’m Strich klappt’s auf Englisch einfach besser – das passt auch einfach besser zu mir.

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Wovon handeln deine Texte?

Also, wenn ich ehrlich bin, gibt’s da keine eindeutige Richtung. Ich schreibe das, worauf ich gerade Lust habe. Das kann alles sein. Es gab schon Texte über Musik, schöne Gesangsstimmen, einen Chilenischen Freund und ehemaligen Zwangsarbeiter, natüüürlich ganz viel über Liebe aber auch über’s Hintergangenwerden und über’s Nachhausekommen. Und so weiter…Also alles in allem sehr bunt, würde ich sagen.

Entstehen dann erst die Sachen an der Gitarre oder schreibst du erst die Texte?

Das werde ich ziemlich oft gefragt. Meistens entsteht zuerst alles an der Gitarre. Ich spiele häufig immer irgendwas, wenn ich die Gitarre mal in die Hand nehme. Und wenn hier und da dann mal was gut klingt, dann wird das sofort aufgenommen und ein bisschen aufgemöbelt. Dann kommt, so, wie ich mich kenne, vermutlich erstmal ’ne Weile lang gar nichts und dann irgendwann fallen mir passende Texte zum Song ein. Erst der Text, dann die Musik.. Das klappt irgendwie nicht so richtig bei mir. Nur so kleine Vierzeiler, die schön klingen, werden zu Papier gebracht. Bei mir Zuhause fliegen deshalb auch immer heftig viele Texte und Musikschnipsel rum, die einfach nur noch ’nen passenden Song suchen.

Welche Künstler (alle Richtungen nicht nur Musik) inspierieren dich?

Allen vorran stehen bei mir John Butler und Caleb Followill (das ist der Sänger von Kings of Leon). Dave Grohl natürlich auch – ich kenne keinen anderen Typen, der live so abgeht und generell wirklich alles aus sich rausholt – meine Freunde und ich nennen ihn immer Dave Gröl – natürlich nur nett gemeint. Dann wäre da noch Justin Hawkins, Sänger und Gitarrist bei The Darkness, einfach ein mega witziger Typ. Mich beeindruckt an ihm vor allem das Gesamtpaket: Tolle Ausstrahlung, gewaltiger Stimmumfang, … Und Gitarre spielen kann’er auch noch! Schauspielkünstler… Tom Hanks. Der hat die Filmbranche geprägt, da bin ich mir sicher!

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Auf deinem SoundCloud Profil sind ja schon einige Songs vorhanden, hast du bereits eine EP draußen? Wenn nicht, planst du eine oder spielst du eher Hobbymäßig?

Nee, aber die EP kommt bald, versprochen! Ich hätte ja vor ’nem halben Jahr nich‘ mal selber gedacht, dass sich diese ganze Singer-Songwriter-Sache so hochschaukelt – aber ich find’s cool, von mir aus kann jetzt gerne noch mehr kommen! 😉 Das Feedback ist in meinen Augen gigantisch und das motiviert mich zum weitermachen. Wie gesagt: Bald kommt noch mehr.

Welche Musik hörst du momentan rauf und runter?

Käptn Peng, Charlie Winston, Andreas Bourani, den guuten Philipp Poisel und Ewert and the two Dragons aus Estland.

Wo können wir dich das nächste Mal live sehen?

Auf dem Musikum 2013!! Und zwar am 28. Juni am Studentenwohnheim an der Schunter in Braunschweig. Ich habe die Ehre, dieses schöne Festival eröffnen zu dürfen. Um 17:00 Uhr Open Air. Da freue ich mich wahnsinnig drauf! Und am 15. Februar 2014 in Wolfsburg im Café Extrem! Das ist ja noch etwas hin, wird aber top! Dazu später mehr 😉
Außerdem lasse ich mich auch sehr gerne in und um Braunschweig auf offenen Bühnen blicken. Alles, was live passiert, wird auf jeden Fall vorher auf meiner Soundcloud- und auf meiner Facebookseite angekündigt.

soundcloud Profil
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Was machst du wenn du gerade nicht schreibst oder komponierst?

Ich genieße mein Studentenleben. Naja und wenn ich nicht gerade feier oder irgendwo chill, gehe ich Handball spielen oder kicken. Ansonsten treffe ich gerne meine Freunde und gehe auf Festivals (Hurricane!!) und Konzerte – alles ganz normal. Ich bin für viele Aktionen zu haben, die einem einfach das ganze Leben lang im Gedächtnis bleiben werden. Reisen, Trampen, witzige Partyaktionen, und und und. Ich lass mich da eigentlich immer selber überraschen.

Möchtest du noch irgendwas super wichtiges loswerden was wir nicht gefragt haben?

Ja:

  • Roadeo.de sollte man regelmäßig aufsuchen und loslesen.
  • Ich bin jederzeit ansprechbar – natürlich auch auf Gigs, Features und Bookings. Meine E-Mail Adresse ist yogibignolas@gmail.com
  • Danke für das Interview und Grüße an Lights Tonight, Petterson, Pierre, Jim, Bernhard, Sabine, alle meine Freunde und generell alle, die meine Musik feiern und mich dabei unterstützen! 🙂

Danke für das Interview Yogi – aber ähmm wer zahlt die 20 Kaffee?

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