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March 2010 - roadeo.de

Up in the Air

Ryan Bingham ist der Mann fürs Grobe. Hat der Chef einer Firma nicht die Eier in der Hose seine Angestellten zu feuern, heuert er Ryan Bingham (George Clooney) an. Wie Ryan selbst stolz verkündet, war er im letzten Jahr 322 Tage “Up in the Air” bzw. in Motels oder auf der Straße. Sein Lebensinhalt besteht daraus Leute zu feuern und Bonusmeilen zu sammeln. 10 Millionen will er haben. Doch dann kommen ziemlich plötzlich und für Ryan relativ unerwartet einige Turbulenzen (Wortspiel!) auf ihn und sein Einsiedlerleben zu.

Während eines nächtlichen Aufenthalts in Dallas, begegnet Ryan in einer Hotelbar Alex (Vera Farmiga). Diese ist Geschäftlich fast genauso viel unterwegs wie er und so verwickeln sich die beiden schnell in ein Streitgespräch über die Vorzüge von Autovermietern, Hotels und Fluglinien. Das Gespräch endet in Ryans Bett und mit der Feststellung, das es äußerst Schade war das sie es zwar auf die Minibar aber nicht in der Schrank geschafft haben.Durch dieses Intermezzo schon ein wenig aufgewühlt, begibt sich Ryan in Richtung Firmenzentrale in Omaha, Nebraska. Nach Hause. Allerdings sieht Ryans Apartment eher aus wie ein schlechtes Motel.

In der Firmenzentrale angekommen, wird ihm und anderen Angestellten eröffnet wie man von nun an 85% aller Personalkosten einsparen könnte. Die Idee dazu kommt von der jungen Cornell Absolventin Natalie Keener (Anna Kendrick) und ist im ersten Moment der Weltuntergang für Ryan. Natalie schlägt vor, dass man von jetzt an alle Kündigungen per Internet und Webcam Chat durchführt. Dies spart Flugkosten. Ryan, sichtlich geschockt, das sein Traum, seine Welt, sein Einsiedlerleben in Gefahr schwebt, möchte ihr erst mal zeigen wie die Realität aussieht und nimmt sie mit auf Reisen.  Den weiteren Verlauf müsst ihr euch selber ansehen, ist ja keine Nacherzählung hier.

“Up in the Air” wurde von einem meiner Lieblingsautoren/-produzenten, Jason Reitman, geschrieben. Dieser hat nämlich auch “Juno” und “Thank You for Smoking” gedreht. Mit “Up in the Air” hat er sich der Buchvorlage von Walter Kirn angenommen und dessen gleichnamiges Buch in einen sehr erfolgreichen Film umgewandelt. 6 Oscar Nominierungen, Gewinner eines Writers Guild Award und super viele positive Kritiken machen “Up in the Air” zu einem der besten Filme des letzten Jahres.

Trailer:

Ein Protest in die falsche Richtung

Wir probieren uns im Internet von unserer besten, umgänglichsten Seite zu zeigen. Erzählen nur das was andere toll finden und stellen uns geheimnisvoll dar. Wir schreiben, posten, tweeten oder sharen nichts was auch nur annähernd als Kritik jeder Art oder Intelligenz durchgehen könnte. Wir posten lieber stumpfen Humor, unkreative Einzeiler und belanglose Statusupdates ala “Ich habe gedönert”. Zumindest meint das die Neon in der aktuellen Ausgabe unter dem Titel “Über-Ich!”

Wo die diese Weisheiten ausgegraben haben ist mir selbst jetzt, 24 Stunden nachdem lesen des Artikels, immer noch mehr als schleierhaft. Entweder hat sich der Redakteur ein Beispiel am Interview mit Beyonce genommen, die Freunde des Neonredakteurs sind größtenteils eher Semintelligent oder Deutschland geht echt zu Grunde. Auch die aufgeführten Aussagen von “Muskelkater, war aber nur im Bett” über “Wochenende!” bis hin zu “uhhhhhaaaaaa uhhhaa uha uhaa” sind mir in der Art noch nie untergekommen. Dabei gehe ich jetzt von Facebook und Twitter aus, nicht von StudiVZ.

StudiVZ ist in der Hinsicht, besonders seit der Einführung des Buschfunks, die Brutstätte minderbemittelter Textkreationen geworden, die die Beschreibung Statusupdate nicht einmal ansatzweise verdienen. Mehr als 90% meiner “Freunde” beim Facebook-Klon empfinden den Buschfunk als zweiten Plauderkasten. Da schreibt man dann grenzdebile Beiträge wie “Ja. Find ich auch Jasse!”, “Nein. Fett nicht du Hure, komm mal klar!” oder einfach ein “LoL.” Allerdings ist StudiVZ mittlerweile, zumindest meiner Meinung nach, kein Maßstab mehr. Facebook hat sein erstes Deutschlandbüro eröffnet und immer mehr Menschen kehren dem Unikindergarten den Rücken zu.

Allerdings geht es in dem Beitrag der Neon nicht um StudiVZ sondern um Facebook und dort habe ich mir spontan einmal die Beiträge der letzen 10 Stunden angesehen. Abgesehen von dem ganzen Minispiele Schnodder finden sich dort zumeist Youtube Videoempfehlungen, Nachrichtenartikel oder Blogbeiträge. Selten findet sich ein wirkliches Statusupdate wie “Abi lernen. Ohne Lerngruppe geht das nicht!” oder “Sitze am Schloss, genieße das Wetter.” Klar haben auch diese Aussagen nicht wirklich einen sehr großen Mehrwert. Allerdings weiß ich nun, dass ich Person A nicht anrufen brauche, ist zwecklos, aber Person B am Schloss besuchen kann, sofern ich denn in der Stadt bin.

Eigentlich schreibt jeder der bei Facebook bzw. Twitter Statusupdates postet, zumindest in meinem Freundeskreis, mehr oder weniger wichtige Infos die ihn aber nicht nur 1-Dimensional darstellen, sondern in einer reichhaltigen Facettenstruktur.  Man erkennt, was die Person mag und was nicht. Man weiß wo sie feiern war und über was sie lacht. Man weiß aber auch was sie nicht mag, was sie zum Nachdenken anregt und welchen Film sie zuletzt gesehen hat. Das einzig schlimme daran ist das wir zu viel über die Person wissen könnten, nicht das dieses Wissen zu einseitig wird.

Das Kind in Dir – Abschnitt 3: Abenteuer draußen

Dieses Mal dachte ich eigentlich, dass ich mehr Zeit habe, um das Ganze mal etwas eher zu schreiben. Aber naja, es kommt, wie es kommen musste und ich bin einen ganzen Tag zu spät. Ausgewertet ist auch schon und so geht die dritte Runde offiziell ohne mich zu Ende. Ich wollte dennoch kurz über meine kindlichen Abenteuer in freier Wildbahn berichten.

Nachmittags 17 Uhr, Spätsommer. Zaghaft wird die Klingel gedrückt und mein bester Freund macht die Tür auf. “Kommst du noch raus spielen?” frag ich ihn und er schaut mich etwas erstaunt an. “Es ist doch schon nach fünf, da muss ich erst mal Mama fragen!” Er durfte. Also wurde sich bei mir in den Garten gesetzt und in irgendwelche alten Steinplatten Dinge hinein interpretiert, die jeder Erwachsene für paranormal gehalten hätte. Wir aber fanden es ziemlich logisch, dass wenn die Maiglöckchen nachts um 12 läuten, Geister auferstehen. In meinem Garten. Ich mein, wieso nicht?!

Zeitsprung. Meine Freunde hatten mittlerweile ‘Bäumchen, wechsel dich!’ gespielt und so waren einige neue dabei und alte nicht mehr. Auf jeden Fall zelteten wir zu der Zeit regelmäßig in den jeweiligen Gärten. Mutproben, fremde Gärten und die ersten Alkohol- bzw. Nikotinerfahrungen inklusive. Wir fanden ziemlich viele Schwimmbäder in unserer Straße und wurden von Flutlichtscheinwerfern entdeckt. Wir spielten nächtelang ‘Spiel des Lebens’ auf demjenigen, der zuerst einschlief, und probierten, in einen alten Bunker in einem nahe gelegenen Waldstück einzudringen.

Aber natürlich spielten wir auch Fußball, gingen auf Klettergerüste, küssten die ersten Mädchen hinter Bäumen oder ließen uns unsere Fahrräder im Ghetto klauen. Meine Jugend spielte sich zu einem großen Teil im Freien ab. Danke an alle dafür, auch wenn ich meist (sehr diplomatisch gesprochen) das Opfer war. Besonders dann, wenn wir mal wieder Wasserschlacht spielten, jemand meine Kuscheltiere in den Garten warf oder wir einfach nur im Gartenteich schwimmen waren.

Its got to be bad before it gets good

Halbzeit. 18 Monate sind vorbei. Ich kann mich an die ersten Tage erinnern, als wären sie gestern gewesen. Aber die Zeit so viel man sie auch genießt und probiert auszukosten bewegt sich nun unaufhaltsam auf das Ende zu. Das vorgesehene Ende. Evtl. kann ich ein Viertel evtl. sogar eine ganze Hälfte Nachspielzeit ergattern. Dann ist aber Ende! Schicht im Schacht! Aus die Maus! Danach bin ich entweder Bachelor oder naja, Hartzer!

Unumgänglich mit dieser Tatsache kommen des Nachts so langsam auch diese Gedanken, diese kleinen Fetzen die immer größer werden. Erst war es nur ein Summen, ein Vibrieren meiner Neurosynapsen. Mittlerweile jedoch feiern die da oben eine ausgelassene Raverparty. Aber sowas von. Sie vermengen, berühren und verschmelzen meine Gedanken zu einem Orkan der mit lautem Getöse durch meinen Kopf rast und Ausziehen, Ausziehen schreit. Weg, sie wollen alle weg. Sie wollen raus aus dieser Stadt. Die Welt erkunden, Leute treffen und Pinguine klatschen.

Versteht mich nicht falsch, ich liebe Braunschweig. Es ist nicht zu klein, nicht zu groß, hier fühl ich mich richtig wohl. Danke F.R! Aber trotzdem will man nicht sein ganzes Leben in einer und jetzt müssen wir einfach mal Fakten nennen, Zonenrandgebietsmetropole leben. Ich würde sicherlich Braunschweig als Stadt für meinen Lebensabend in Erwägung ziehen, aber momentan möchte ich die Welt erkunden. Finnland, Portugal oder Rumänien. Egal wo, Hauptsache fremde Menschen, Kultur und andere Lebensarten.

Einfach weg! Ohne Blick zurück! Einmal um die Welt und zurück. Freunde mitnehmen und das Leben leben. Einfach mal das tun was man denkt ohne Klausur oder Hausarbeit. Der beste Bruch dafür wäre zwischen Bachelor und Master. Aber das ist noch so lange hin. Doch wie sagte schon Day One? Its got to be bad before it gets good!