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Tag: Universität

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12 CP und zwei WPK’s

Gestern durften wir uns in der Universität die Informationsveranstaltung zum 3. Studienjahr anhören. Genauso wie schon am Anfang des Studiums und als wir ins 2. Studienjahr kamen. Manch einer mag jetzt denken was der Schwachsinn denn soll jedes Jahr eine Infoveranstaltung für das gleiche Studium anzubieten. HAHA! Das selbe dachte ich bis nach der zweiten Veranstaltung auch. Allerdings ist es mir damals und auch gestern wieder aufgefallen, das wir praktisch immer wieder in andere Studiengänge geworfen werden. Es ändern sich ständig irgendwelche Dinge.

Im ersten Jahr gab es keine Nebenfächer außer VWL. Im zweiten sind Nebenfächer dann Pflicht und im dritten können sie sogar schon die Basismodule zum Teil ersetzen. Das nenn ich mal eine Top Evolution. Aber jetzt wird es harig und die Dozenten fangen an mit CPs um uns zuwerfen und sagen das müsst ihr machen und das und das. Achja das Praktika solltet ihr auch fertig haben und ihr müsst WPKs wählen. Bitte was, WPKs? Hallo? Das kenn ich aus der Realschule, aber an einer Uni? Das ist echtmal sehr strange.

Zum Schluss heißt es dann im sechsten Semester wird die Bachelorarbeit abgegeben, welche 12 CP zählt.. Alter die zählt ganze 12 CP. Weniger als ein Seminar aus dem fünften Semster. Find ich ja schon irgendwie lächerlich, da zählten ja sogar die Abiturprüfungen im Abitur mehr. Irgendwie wirkt das aber auch alles noch nicht wirklich 100% durchdacht. Evtl. haben die neuen 1. Semster mehr Glück, als die 3. Generation an Versuchskanninchen.

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Und jetzt?

Nachmittag. Es wird langsam Dunkel. Auf meinem Schreibtisch drei Skripte und vier Staffeln “The West Wing”. Ich hocke in meinen kleinen überschaubaren 50qm und schaue geistesabwesend aus dem Fenster. Eigentlich sollte ich lernen, eigentlich sollte ich Psychologie lesen, eigentlich sollte ich meinen meinen verdammten Kopf nach unten neigen und lesen was auf den Unterlagen vor mir steht. Doch ich guck lieber aus dem Fenster.

Draußen erblicken zum ersten Mal in diesem Jahr Strahlen der Sonne für mehr als zwei Stunden hintereinander das Antlitz dieser Erde.  Es ist wunderschön entspannend. Die Kirchturmspitze, 100 Meter weiter, funkelt wie ein Diamant in den warmen Strahlen. Kurz bevor ich das Haus verlasse, tausche ich noch schnell im Bad die Brille gegen meine letzten Tageslinsen. Im Auto freue ich mich dann wie ein Schneekönig über die Möglichkeit meine Sonnenbrille endlich wieder aufsetzen zu können.

Die Idee meine Jacke zu Hause zu lassen, stellt sich in dem Moment als suboptimal heraus, in dem Hendrik beschließt noch eine zu Rauchen bevor wir wieder nach Hause fahren. In meinem wunderbaren vierten Stock angekommen mache ich als erstes alle Fenster auf und auch die restlichen Jalousien hoch. Es wird 13:00 Uhr. Meine Schicht fängt an. Den Laptop stelle ich so, dass ich aus dem Fenster gucken kann. Die Unterlagen liegen weiterhin vor mir. Die Stunden vergehen. Ich lese Berichte im Internet, beantworte eine Support-Anfrage und schaue immer wieder aus dem Fenster. Auf den langsam tauenden, traumhaft glitzernden Schnee.

Mittlerweile ist es dunkel. Der Schnee glitzert nicht mehr. Der besondere Moment, dieses Mystische, dieses simple einfache Winterglück, es ist vorbei. Meine Psychologie Unterlagen drängen sich stärker und stärker in mein von der Dunkelheit traurig gestimmtes Gedächtnis. Ich sollte lernen! Ich will nicht! Und jetzt?

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Give me reason, but don’t give me hope

Morgen ist Englischklausur. Tolle Wurst. Mir fehlt die Motivation um zu lernen, ich hab Kopfschmerzen, die Themen gefallen mir nicht und außerdem habe ich “Die Ambler Warnung” von Robert Ludlum hier rumliegen und will es lesen. Wieso ist diese Klausur überhaupt auf einen Samstag gelegt? Welcher unfaire Dozent lässt sich sowas den bitte einfallen? Welcher? Das ist doch einfach unfair, Samstags eine Klausur, das ist ja so als wäre Montags Bundestagswahl! Unfassbar!

Mittlerweile ist es Samstagmorgen. Ich bin müde, ich habe keine Lust, ich hasse Englisch gerade und trotzdem, oder vermutlich deswegen (um nicht zu lernen) schreibe ich diesen Beitrag. Um halb Zwölf fängt der Rotz an, zwei Stunden geht das ganze dann! Zwei Stunden, hallo? Gehts noch? Ich meine, in Soziologie oder Politik meinen Hauptfächern dauern die Klausuren auch nur eine Stunde. Wieso muss dann ein Fach wie Englisch, welches ohne Frage wichtig ist ZWEI volle Stunden dauern? Bildungsauftrag hin oder her, aber was zu weit geht geht zu weit. Ich werd mich mal fertig machen, Klausur geht gleich los…

UPDATE:
So Klausur ist gelaufen und ich muss sagen, dafür das die so total schwierig und überhaupt total unmöglich angekündigt wurde, war es vollkommen okay! Ich hatte ja nun nicht wirklich viel gelernt, aber konnte trotzdem so gut wie alles bearbeiten. Interessant! JA!

Mike Siedersleben

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Ein gewisses Understatement

Seit heute ist nun wieder offiziell Prüfungszeit. Das bedeutet theoretisch lernen, lernen, lernen und ach ja lernen. Praktisch heißt das aber meistens Selbstbetrug ausüben. Man fängt irgendwann (meist erst kurz vor der Prüfung) an sich die Unterlagen zusammen zu suchen und kriegt dann erst mal einen Schock, bedingt durch die Menge an Material das bis zur Klausur gelernt werden muss. In anderen Fällen sieht es dann eher so aus, das man zwar wenig Material hat und deswegen auch weniger lernen muss, dieses Material aber in einer Form vorliegt, die einfach in einer modernen Technischen Universität einfach nicht dem Standard entsprechen kann. Da werden noch Zettelkästen geführt, anderswo wird zwar kopiert, aber mal auf dem Kopf, mal Schräg und dann in einer Auflösung, die jedes vernünftige Lernen zu einer Farce macht. Wenn die Dozenten, entschuldigt Professoren, dies noch selbst machen würden, würde ich es in einigen Vorlesungen ja durchaus verstehen, aber diese Tätigkeiten werden ja zu 99,9% von HIWIs übernommen. Das sind Menschen, die am PC groß geworden sind und damit umgehen können müssten. Leider ist dem nicht so.

Hat man sich dann selbst in die Bibliothek bemüht und ist das Buch dann nicht entliehen, kopiert man sich die benötigten Texte also selbst und fragt sich wieso man eigentlich nicht schon mal vor drei Wochen in dieses Onlinetextearchiv geschaut hat, dann könnte man jetzt nämlich wunderbar lernen. Der ganze Spaß kostet einen dann auch nur ein bis fünf Tage, je nachdem wer das Buch hat oder auch nicht hat. Bibliothekssoftware ist in solchen Sachen auch nicht immer so 100%ig ernstzunehmen. Dann hat man also erfolgreich alle Texte auf dem Schreibtisch liegen und fängt an zu lesen. Überschrift, 1. Absatz, 2. Absatz, ("Was?") 2. Absatz, ("öhm ja?!") Pause (Essen oder sonstiges) und dann wieder von vorne. Man regt sich über sich selbst auf, das man nicht genug aufgepasst hat in den Vorlesungen und Seminaren, das man doch mal überhaupt hätte hingehen sollen zu den Veranstaltungen und warum man denn eigentlich studiert. Ausbildungsberufe sind doch eh viel cooler!

Hat man die Unterlagen dann einmal halbwegs durch, kommt das richtige arbeiten, durchlesen, raus schreiben, sekundär Literatur (wenn man richtig toll sein will) hinzuziehen und sich ein gefährliches Halbwissen anlegen, mit dem man hofft in irgendeiner Art und Weise durch diese vermaledeite Klausur zu kommen. Am Tage der Klausur steht man dann schon wieder 500 Stunden zu früh auf und kann kaum was essen, weil einem die Problematik doch bewusst ist, die in wenigen Stunden dezent anklopfen wird und fragen "Ehy du! Ist hier noch was frei?" Irgendwann muss man dann plötzlich wahnsinnig schnell in die Uni, weil man doch wieder zu spät los ist. Man kommt dann mit abgehetztem total verschwitztem Kopf in die Klausur, denkt sich um Gotteswillen, besteht gerade so mit 4.0 und sagt sich "Nächstes Jahr wird alles anders..."

Mike Siedersleben

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