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Zehn Minuten Urlaub am Meer

Der Sekundenzeiger auf meiner Digitaluhr bewegt sich im Minutentakt weiter. Die Stimmen um mich herum werden zu einem Rauschen. Ich schließe die Augen und hoffe das ich heimlich schlafen kann. Referate die keine Spannung haben sind ungefähr das schlimmste was man einem Studenten bei 37° Celsius an einem Montagnachmittag zumuten kann. (Das ist kein Angriff auf das nette Referat von gestern!) In solchen Momenten will man einfach nur in den Urlaub flüchten. Berge, Seen oder ans Meer. Ich kann das Rauschen des Meeres praktisch direkt neben meinem Ohr hören.

Nur mit Badehose und Handtuch bewaffnet liege ich am Strand. Die Sonne brennt in einer angenehmen Temperatur und wird durch eine leichte Briese soweit abgekühlt das man es auch länger als 30 Minuten aushält liegen zu bleiben. Die Kühltruhe neben mir enthält angenehm temperiertes Bier. Ich hadere mit dem Gedanken jetzt schon eins zu trinken. Nein. Erst einmal ins Wasser. Vorsichtig taste ich mich voran bis ich mit den Knien im Wasser verschwunden bin. Die Temperatur ist perfekt. Angenehm kühl. Ich schwimme einige Runden durch den Pazifik und freue mich wie eine kleine Robbe über diesen perfekten Tag am Strand.

Als ich wieder aus dem Wasser komme, schaue ich auf die Uhr. Ist es schon nach vier? Darf ich ein Bier trinken? Aber irgendwie ist meine Uhr kaputt. Der Minutenzeiger bewegt sich in Sekundenschnelle und auf einmal rennt der Stundenzeiger hinterher. Die eben noch dagewesene Sonne verwandelt sich in einen grinsenden Mond, der lachend untergeht und mich in ein komplett schwarzes Loch wirft. Als ich die Augen wieder öffnen kann, sitzen um mich herum 20 Menschen und schauen “gespannt” an die Tafel. Der Beamer projiziert immer noch. Der zaghafte Blick auf die Uhr bringt mich zurück in die Realität. Zehn Minuten war ich im Urlaub.