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Tag: Glück

© Happiness | ernohannink
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Suche Freude, biete Leben.

Manchmal hat man den Drang einfach auszubrechen. Die Ketten zu sprengen, die ungeordneten Gedanken hinter sich lassen und die Augen weit aufreißen für eine neue, wohltuende Welt. Das kühle und leere Herz für neue warme und positive Gefühle zu öffnen, die Freude am Leben neu zu entdecken. Die schwere Decke von sich werfen und die traurigen Lieder für eine Momentaufnahme zu pausieren. Man möchte vor negativen Erinnerungen und Erlebnissen fliehen und seine Gedanken und Empfindungen in eine neue Umlaufbahn katapultieren.

Einfach mal wieder sich freuen, sobald die ersten Sonnenstrahlen in der morgendlichen Röte die kalte Haut erwärmen. Sich ins Auto zu setzen, die Musik laut aufdrehen und einfach dorthin fahren wo man möchte. Einen Kaffee trinken in der Fußgängerzone und die durch Stress geplagten und umherirrenden Menschen beobachten. Risikoreich eine halbe Stunde im Parkverbot stehen und sich freuen, dass man kein Knöllchen am Scheibenwischer hängen hat. Einer alten Dame über die Straße helfen und einen liebevollen Dank kassieren, der einen für den Rest des Tages ein Grinsen auf den Lippen beschert.

Es gibt so viele kleine Dinge, die uns den Tag versüßen. Dabei wissen wir oftmals diese kurzen Zeitpunkte nie zu schätzen. An jeder Ecke und zu jeder Sekunde hat man die Möglichkeit seinen Tag zu einem fröhlichen und sinnvollen Erlebnis zu machen. Man braucht keinen Sechser im Lotto oder keine bestandene Abschlussprüfung – Da draußen gibt es so viele kleine wunderbare Möglichkeiten, wie man seine grauen Vorhänge in glänzendes Gold verwandeln kann. Man muss sich diese Chancen nur suchen um daraus einen Hauch von Glück und Freude schöpfen zu können, der einen in Null-Komma-Nichts zu einem fröhlicheren Menschen macht. Ein Blick nach vorne ist viel interessanter als die grauen, dreckigen Kopfsteinpflaster unter einem.

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Das ist vielleicht die beste Zeit in unserem Leben…

Die Sonne verbrennt mir meinen Nacken … Ich will aber O-Saft … Jetzt muss ich da auch noch Hausaufgaben machen … Sind wir endlich da … Verdammte scheiße, ich hasse dieses Drecksleben!

Jeder von uns gibt mehrere dieser Aussagen täglich von sich. Wir haben generell etwas zu meckern. Wir bemängeln das Wetter, sei es zum warm oder zu kalt. Wir mokieren uns über die Kleidung anderer, trauen uns aber selbst nicht in ausgefallenen Klamotten rumzulaufen. Wir sind ständig gereizt und innerhalb von einer Sekunde auf der Palme. Sind wir einmal nicht ganz so genervt sind wir von der Arbeit gestresst und meckern über diese, über das, die Kollegen oder den Chef. Egal, Hauptsache Frust!

Selbst wenn alles gerade irgendwie super läuft wird gemeckert und sei es nur über das Fernsehprogramm. Wieso können wir die Zeit die wir haben nicht genießen? Wieso ist es den Menschen, es gibt natürlich Ausnahmen, nicht vergönnt einfach nur glücklich zu sein? Wie erreichen wir dieses Glück? Muss man es suchen? Muss es einen finden? Kann man es überhaupt erreichen? Besser, ist dieses perfekte, religiös gesprochen himmlische, Leben wirklich erreichbar?

Gerade diese Fragen hindern uns vermutlich daran wirklich Glücklich zu sein. Gedanken über das Glück zerstören es. Wenn man über Glück nachdenkt stellt man es bereits indirekt in Frage. Immer wenn man über sein Glück nachdenkt rekapituliert man Situationen, versetzt sich an entscheidende Punkte in seinem Leben zurück und fragt sich ob das alles so richtig war, was man da getan hat. Aber das hilft einem nicht auf dem Weg in Paradies. Man muss die Zeit einfach genießen. Ohne wenn. Ohne aber. Frei nach Madsen:

“Das ist vielleicht die beste Zeit in unserem Leben! Und so will ich sie erleben!”

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Und jetzt?

Nachmittag. Es wird langsam Dunkel. Auf meinem Schreibtisch drei Skripte und vier Staffeln “The West Wing”. Ich hocke in meinen kleinen überschaubaren 50qm und schaue geistesabwesend aus dem Fenster. Eigentlich sollte ich lernen, eigentlich sollte ich Psychologie lesen, eigentlich sollte ich meinen meinen verdammten Kopf nach unten neigen und lesen was auf den Unterlagen vor mir steht. Doch ich guck lieber aus dem Fenster.

Draußen erblicken zum ersten Mal in diesem Jahr Strahlen der Sonne für mehr als zwei Stunden hintereinander das Antlitz dieser Erde.  Es ist wunderschön entspannend. Die Kirchturmspitze, 100 Meter weiter, funkelt wie ein Diamant in den warmen Strahlen. Kurz bevor ich das Haus verlasse, tausche ich noch schnell im Bad die Brille gegen meine letzten Tageslinsen. Im Auto freue ich mich dann wie ein Schneekönig über die Möglichkeit meine Sonnenbrille endlich wieder aufsetzen zu können.

Die Idee meine Jacke zu Hause zu lassen, stellt sich in dem Moment als suboptimal heraus, in dem Hendrik beschließt noch eine zu Rauchen bevor wir wieder nach Hause fahren. In meinem wunderbaren vierten Stock angekommen mache ich als erstes alle Fenster auf und auch die restlichen Jalousien hoch. Es wird 13:00 Uhr. Meine Schicht fängt an. Den Laptop stelle ich so, dass ich aus dem Fenster gucken kann. Die Unterlagen liegen weiterhin vor mir. Die Stunden vergehen. Ich lese Berichte im Internet, beantworte eine Support-Anfrage und schaue immer wieder aus dem Fenster. Auf den langsam tauenden, traumhaft glitzernden Schnee.

Mittlerweile ist es dunkel. Der Schnee glitzert nicht mehr. Der besondere Moment, dieses Mystische, dieses simple einfache Winterglück, es ist vorbei. Meine Psychologie Unterlagen drängen sich stärker und stärker in mein von der Dunkelheit traurig gestimmtes Gedächtnis. Ich sollte lernen! Ich will nicht! Und jetzt?

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Willst du wirklich tauschen?

Manchmal in kleinen Momenten, wenn ich alleine bin, ertappe ich mich dabei wie ich abschweife. Ich träume in diesen Momenten oft von den kleinen, unscheinbaren Dingen die das Leben einfacher machen würden. Ich träume von den großen Dingen wie Erfolg, Geld und Beziehungen. Ich träume einfach vom Glück. Oder von dem was gemein hin als Glück bezeichnet wird.

Doch diese allgemeine mittlerweile schon inflationär aufgeblasene Definition von Glück ist doch vielerorts nichts weiter als die Überspielung von Neid! Wer kann denn ernsthaft behaupten, dass viel Geld oder Erfolg wirklich glücklich macht? Wieso nehmen den so viele Menschen mit viel Geld Drogen? Weil es Spaß macht, weil sie nicht wissen was sie tun sollen? Schwachsinn! Glückliche Menschen brauchen keine Drogen. Drogen sollen dich aus deiner Miesere, deiner Trauer, deiner Einsamkeit, deiner eigenen kleinen, traurigen, schmutzigen Welt heraus tragen und dir diese eine kleine Sekunde Glück verschaffen. Die Sekunde in der alles egal ist! Diese schmutzige Sekunde in der du träumst!

Genau das ist Glück, die Fähigkeit zu träumen! Das Verlangen nach bestimmten Dingen, die Möglichkeit sich Wünsche zu erfüllen. Aber nicht von jetzt auf gleich sondern durch arbeiten, durch harte, manchmal verdammt beschissene Arbeit. Die Art von Arbeit, wo du Abends nach Hause kommst und am liebsten nur noch alles hinwerfen würdest. Doch genau diese Art von Arbeit verschafft dir auch am Ende des Tages, der Woche oder des Monats die Fähigkeit sich über eine neue Bluse oder eine neue DVD so zu freuen, als wäre es die Erste die du dir in deinem Leben gekauft hast.

Glück ist nicht der Erfolg oder das Geld, sondern die Fähigkeit sich Träume so zu erfüllen, dass sie noch eine Bedeutung haben. Sie zeigen dir das du lebst, dass du das alles für etwas Sinnvolles, aber vor allem für dich und deine Familie tust. Glück ist Leben! Glück ist träumen! Glück das bist du selbst! Denn am Ende bist du tot, da hilft auch Geld, Erfolg oder geiler Sex nicht. 

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