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Tag: Geld

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Die Vorstadt Krokodile von heute

In den 90er Jahren war Kind sein noch unbeschwert. Man lief über die Straße zu seinem besten Freund und ging eine Runde im Garten spielen um sich zu überlegten was die Wolken für Bilder darstellen könnten. Man spielte verstecken und kletterte wie Thomas J. nebst Anhang auf Bäume. Die Zeit war unbeschwert und harmonisch. Selbst im “Ghetto” meiner Heimatstadt konnten wir eine idyllische Kindheit ohne Neid und Coolness genießen. Wir kümmerten uns nicht um Dinge wie Klamotten, Handys oder Checkersprüche. Das einzige was wir uns fragten war ob der andere noch zum spielen rauskommt.

Kind sein in der heutigen Zeit ist schwer. Trägt man nicht bereits eine Baggy nebst Lederjacke von Picaldi ist man sofort unten durch bei den Gangbangern der Kindergartenconnection. Klar ist das jetzt evtl. etwas übertrieben ausgedrückt, aber jeder der in der jetzigen Zeit über einen Schulhof geht wird diese ganzen Knirpse von noch nicht einmal Zwölf Jahren dort stehen sehen. Rauchend. Markenklamotten an und mit irgendeinem Pseudo RnB Pop Hit auf dem Handy am rumprollen. Es kommt nicht mehr darauf an ob man nett ist, sondern ob Mama und Papa genug Kohle haben um den Kleinen das neue IPhone zu kaufen. Ich will nicht wissen wie viele Schüler in den fünften Klassen der Nation schon das neue IPhone haben.

Wie kann man Kindern anstelle von Liebe und Verantwortungsbewusstsein Geld in die Hände drücken? Faulheit? Unwissen? Scheißegal-Haltung? Diese Knirpse werden doch nie mit Geld umgehen können. Oder normale Soziale Kontakte führen. Freunde werden doch mehr oder weniger materialisiert. Das kann doch einfach nicht wahr sein. Ich hatte damals auch ein Handy, aber eins ohne Spiele oder so, einfach nur Telefonieren und SMS schreiben. Damit ich Mama und Papa anrufen und nicht Fotos von der letzten Saufaktion bei Facebook hochladen konnte.

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Willst du wirklich tauschen?

Manchmal in kleinen Momenten, wenn ich alleine bin, ertappe ich mich dabei wie ich abschweife. Ich träume in diesen Momenten oft von den kleinen, unscheinbaren Dingen die das Leben einfacher machen würden. Ich träume von den großen Dingen wie Erfolg, Geld und Beziehungen. Ich träume einfach vom Glück. Oder von dem was gemein hin als Glück bezeichnet wird.

Doch diese allgemeine mittlerweile schon inflationär aufgeblasene Definition von Glück ist doch vielerorts nichts weiter als die Überspielung von Neid! Wer kann denn ernsthaft behaupten, dass viel Geld oder Erfolg wirklich glücklich macht? Wieso nehmen den so viele Menschen mit viel Geld Drogen? Weil es Spaß macht, weil sie nicht wissen was sie tun sollen? Schwachsinn! Glückliche Menschen brauchen keine Drogen. Drogen sollen dich aus deiner Miesere, deiner Trauer, deiner Einsamkeit, deiner eigenen kleinen, traurigen, schmutzigen Welt heraus tragen und dir diese eine kleine Sekunde Glück verschaffen. Die Sekunde in der alles egal ist! Diese schmutzige Sekunde in der du träumst!

Genau das ist Glück, die Fähigkeit zu träumen! Das Verlangen nach bestimmten Dingen, die Möglichkeit sich Wünsche zu erfüllen. Aber nicht von jetzt auf gleich sondern durch arbeiten, durch harte, manchmal verdammt beschissene Arbeit. Die Art von Arbeit, wo du Abends nach Hause kommst und am liebsten nur noch alles hinwerfen würdest. Doch genau diese Art von Arbeit verschafft dir auch am Ende des Tages, der Woche oder des Monats die Fähigkeit sich über eine neue Bluse oder eine neue DVD so zu freuen, als wäre es die Erste die du dir in deinem Leben gekauft hast.

Glück ist nicht der Erfolg oder das Geld, sondern die Fähigkeit sich Träume so zu erfüllen, dass sie noch eine Bedeutung haben. Sie zeigen dir das du lebst, dass du das alles für etwas Sinnvolles, aber vor allem für dich und deine Familie tust. Glück ist Leben! Glück ist träumen! Glück das bist du selbst! Denn am Ende bist du tot, da hilft auch Geld, Erfolg oder geiler Sex nicht. 

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