Steh auf wenn du am Boden bist
Es ist dunkel. Schemenhaft nehme ich die Umrisse meiner Umgebung wahr. Irgendwo in der Ferne spielen die Farben verrückt, werden erst Gelb und dann Rot. Ich blinzele. Die Sicht bleibt schlecht. Ich bemühe mich durch den Schleier der sich vor meine Augen legte, klare Umrisse erkennen zu können. Zum Glück sind vor mir keine Hindernisse, gesehen hätte ich sie nicht. Egal, es geht immer weiter. Trotz der Musik habe ich das Gefühl jeden einzelnen Tropfen auf meiner Hose zu hören.
Ein weiteres Blinzeln lichtet den Schleier etwas. Die Farbe verändert sich und wird zu einem leuchtenden Grün. War sie schon immer so? Bevor ich sie richtig realisiere, habe ich sie hinter mir gelassen. Die Musik übertönt jedes andere Geräusch. Die Nadel irgendwo bei 70 verschwimmt wieder vor meinen Augen. Ich beachte sie nicht weiter. Es tropft immer noch. Ich muss hier raus. Stadtgrenze. Liedende. Ich höre den Motor. Erst jetzt realisiere ich das ich immer noch im dritten Gang fahre.
Tankstelle. Rechts ran. Zigaretten kaufen. Die Person an der Kasse, schaut mich vermutlich seltsam an. Ich sehe sie nicht richtig. Egal. Sonnenbrille ist trotz Regen Pflicht. Zigarette anmachen, weiterfahren. Weg nur weg. Der Schleier wird wieder stärker. Ich greife in meine Tasche. Irgendwo sind die Taschentücher. Alle schon benutzt. Egal. Der Schleier lichtet sich. Ich erkenne die Autos vor mir gerade noch rechtzeitig. Meine Gedanken schreien jetzt nicht mehr dauerhaft “WEG HIER!”
30 Kilometer habe ich hinter mir gelassen. Ein Feldweg. Wieder rechts ran. Hinsetzten. Nachdenken. Rauchen. Verzweifeln. Mit sich selbst, mit der Welt, ringen. Die Frage nach dem Sinn der Existenz macht sich breit. Ich schüttele sie ab. Ich zwinge mich dazu normal zu denken. Mein Puls beruhigt sich. Zigarette aus machen. Weiter fahren. Fenster auf. Musik laut. Fahrtwind. Ich komme zur Ruhe.
[Image via flickr // johnthescone]
Hamburg meine Perle
Nach HH kommt man nur über Uelzen. Von Braunschweig per Zug versteht sich. Sonst nimmt man logischerweise die A7 bzw. die A2. Oder nen anderen Zug. Oder ein Flugzeug. Aber wer will schon Autofahren wenn man in HH Junggesellenabschied feiert? Ich nicht.
Bereits Tage vor dem Ausflug hatte ich abwechselnd orgasmusartige Glücksgefühle und dann wieder eine totale Abneigung gegen den Trip. Die Abneigung rührt aus der Tatsache heraus, dass in der Regionalbahn, zumindest bei meinem letzten HH-Trip, mal nur Checker, Alkoholiker oder sonstige Gestallten saßen auf die ich gerne verzichten kann, wenn ich zwei Stunden in einem knapp 3,5m mal 20m Raum gefangen bin. Besonders wenn dann auch noch das Klo mit Fäkalien und Erbrochenem neu gestrichen wurde. Zum Glück war die Fahrt dieses Mal anders. Der Zug sah nicht aus, als wäre er gerade aus einem geheimen WWII Bahndepot gemopst worden und auch das Abteil war leer, erhellt und die Toilette verhältnismäßig sauber. Leider ist Alkohol jetzt in Zügen verboten oder nennt man das Glück? =)
Hamburger Hbf, erster Schock. Cheeseburger bzw. Chickenburger 1,30? Bitte WTF? Die kosten doch 1€ oder nicht? McDonalds SMS? Naja irgendwie brauchten wir ja etwas zum Essen, da uns das Maredo doch geringfügig zu teuer erschien. Burger und Alkohol im Gepäck ging es auf zum nächsten Taxi. Richtung: Rotlichtviertel! Party! Alkohol! Junggeselle! Der Taxifahrer war ungefähr genau so lustig wie Guido Cantz am gleichen Tag in Halle und kannte sich nach eigener Aussage nicht auf dem Kiez aus. Lölchen. Entweder war der vor zwei Tagen zugezogen, seine Frau war verdammt dominant oder er hatte einfach eine Abneigung gegen Taxikunden. Wäre er an dem Abend nicht der einzige Taxifahrer gewesen. Gab aber trotzdem noch Trinkgeld von uns, immerhin hat er danach den Mund gehalten und es lief gute Musik.
10€ später standen wir mit nen Pils in der Hand am Eingang der Reeperbahn und freuten uns auf den geilsten Abend des Jahres. Wir sollten nicht enttäuscht werden. Neben netten jungen Hamburgerinnen haben wir auch die Schlagfertigkeit der Damen auf der Herbertstraße sowie die Nervereien der Kober kennen gelernt. Das Dollhouse zeigte uns imposant, wie man nicht mit Türstehern reden sollte und die nette Kioskdame (kurz neben dem ersten Dollhouse auf der Großen Freiheit) hat uns doch wahrhaftig eine Dose Astra für den Junggesellen geschenkt. Um fünf Uhr in der früh ging es dann noch in Richtung Fischmarkt. Vorbei am Drum and Bass Schuppen aka Drogenvilla aka besetztes Haus. Der Fischmarkt hatte gerade erst begonnen und war demnach noch relativ leer. Kauft euch bei dem Schuppen mit dem Fisch als Markenzeichen auf jeden Fall ein Krabbenbrötchen! Höhöhö! =)
Glücklich, Zufrieden, Erleichtert und ohne einen Cent für nen Kaffee in der Tasche ging es über Uelzen und/oder Hannover nach Hause. Wo ich auch so gleich brav bubu machte. Danke Stefan!
Land verlassen? Ich chill im Ghetto!
[via euxus.eu
Normaler Weise denken die Leute wenn sie mich das erste mal sehen, sowas wie... "n' Netter". Aber letztens war ich so mies abgefuckt, dass ich mich dazu entschied, dem Rasierer meines Vaters seines Zweckes zu entwenden und mir die Platte zu rasieren (Naja das ist jetzt auch nicht richtig Zweck entfremdet aber scheiß drauf).
Reaktion:
Jetzt kommt der Teil, bei dem man sagen würde: "Ok, kla, alle haben gesagt "UIUIUI" man erkennt dich ja gar nicht wieder ...,sieht gut aus, ... bla bla bla". Aber Fett nich!
Alter, ich kam gar nicht klar, nicht nur das meine Freundin und meine Mutter komplett ausgerastet sind und vom einen Extrem (Rum schreien) ins andere (mich auslachen) gefallen sind. Nein Nein... ich haben meine Identität gewechselt.Von mir halt, zu, der Typ mit der Glatze den keiner kennt. Ich hätte jetzt erwartet, dass man um dies zu tun, in Hitlers Fußstapfen treten muss und nach Argentinien auswandert, oder ne Brust OP braucht. Aber ne, macht einfach die Haare ab!
Ey, unglaublich, die Leute sind an mir vorbei gelaufen ohne mich zu erkennen, DIREKT AN MIR VORBEI!!! Hammer Feature, aber das war nicht der einzige Nebeneffekt meines neuen "Radikalen" Aussehens... Ich hatte Neue Namen: Dr. Evil, Bruce(also Willis jetzt) oder einfach nur Fascho. Aber in jedem Fall war ich jetzt nicht mehr der "Nette", ich war jetzt "MIES" aber nicht nur das, ich hatte auch neue Freunde.
Hey !!! Kommt mir jetzt nicht wieder mit der Rechten Schiene! Wie abgedroschen wär das denn? Ne ne, meine Freunde waren die ganzen Vollatzen, die einem immer nach dem Motto:" Was willst ‘n du, du Spaßt, soll isch disch Klatschen oder was?" angeglotzt haben. Ja wirklich! Hab ich zuerst auch nicht für möglich gehalten aber ist so. Ich bin letztens von der Uni zu ‘nem Kumpel gegangen bei dem ich noch was zu erledigen hatte, und wer kommt mir da entgegen??? Na? Genau! So ‘ne Gruppe voll Spaßtos. Ich hatte jetzt die übliche Nummer erwartet : " Ihr guckt mich an, ich guck euch an, wir alle gucken uns böse an, und dann kriegt ich irgendwann schiss und gucke weg."
Aber diesmal kam es anders. Irgendwie fanden mich die Enkel von Buschidos Halbbruder wohl sympathisch, weil an stelle eines bösen Blickes ein paar nette Grüße kamen. Ich nur so : LOL ! Vielleicht, hat meine Gewaltbereite Aura sie ja eingeschüchtert und zum Umdenken bewegt und mittlerweile zahlt jeder seine Alimente regelmäßig und hat ein Fernstudium begonnen. Aber vielleicht war auch einfach nur jemand hinter mir, den der Mob kannte und die haben den gegrüßt. Man weiß es nicht!
In jedem Fall kann ich aus meinen Erfahrungen zusammenfassend sagen:
Wenn du den Respekt haben willst, den du deiner Meinung nach ja schon immer verdient hast, schneid dir ne Glatze! Musst du aus irgendeinem Grund das Land verlassen kannst das aber nicht, oder will dich jemand umbringen...Schneid dir ne Glatze! Oder suchst du vielleicht den Partner fürs Leben und der sollte möglichst einen Zimmertemperatur IQ haben... Schneid dir ne Glatze! Aber gesetzt dem Fall alles ist chillig und du hast kein Bock auf Stress mit der Frau und vielleicht der Mutter...
Pack den Trockenrasierer wieder ein, freu dich solang du noch Haare auf Kopf hast, und kauf dir ein Eis!
Teddy du Champs
Train: Schulter, Bauch 4 x 25