Archive for the ‘Reallife’ Category

Wie ich die Wasserwerke erfreute

Der Blick auf die Uhr bestätigt, was meine Augen mir schon lange probieren klar zu machen. Einschlafen hilft jetzt auch nicht mehr wirklich viel. Das unfreundliche Geschepper neben meinem Ohr wird eh in ca. zwei Stunden beginnen. Bei 37°C Zimmertemperatur und genausoviel Grad Körpertemperatur wird es schwer noch eine kühle Stelle irgendwo auf der Bettdecke zu finden. Ich spiele mit dem Gedanken zu duschen. Das vierte Mal am diesem Tag. Den Ventilator hat es nämlich gestern nach einer Woche Powerstufe leider ins Nirvana der Elektroartikel geschleudert und somit überlebe ich nur durch Duschen und kalte Wasserflaschen unter meinem Kopfkissen.

Der Nachmittag heute war die Hölle. Ich habe vor mich hin vegetiert und mir ersthafte Gedanken über den Sinn des Lebens gemacht. Globale Erwährmung und so. Wenn das jetzt schon so schwül ist, wie soll das erst werden wenn Holland nciht mehr ist und Hannover Küstenstadt? Dann können wir uns ja überhaupt nicht mehr bewegen. Schlimmer haben es da nur die 3. Welt Länder. Die können da ja auch nicht so oft duschen wie ich hier. Duschen, ja das wäre jetzt was, aber ich will nicht aufstehen. So lange ich nicht aufstehe, muss ich nicht auf die Uhr schauen.

Wäre momentan nicht Fußball-WM, ich glaub ich würd meine sozialen Kontakte auf Facebook und StudiVZ reduzieren oder im nahegelegenen Freibad einziehen. Wasser, hauptsache kühles klares Wasser. Ob nun zum Trinken oder darin Baden ist mir eigentlich realtiv schnuppe. Der Gedanke des Duschen erfreut meinen sichtlich geschlauchten Geist immer mehr. Ich denke sogar über das Schlafen in der Dusche nach, verwerfe den Gedanken aber sofort wieder als ich über die Kosten dafür nachdenke. Hoffnungsvoll wende ich den Blick zur Seite, evtl hatte ich vorhin verlesen. Verdammt, hatte ich nicht. Eine Stunde noch dann muss ich aufstehen. Das halte ich jetzt auch noch aus. Dann duschen. Duschen. DUSCHEN!

Written on July 5th, 2010. 0 Comments

Das ist vielleicht die beste Zeit in unserem Leben…

Die Sonne verbrennt mir meinen Nacken … Ich will aber O-Saft … Jetzt muss ich da auch noch Hausaufgaben machen … Sind wir endlich da … Verdammte scheiße, ich hasse dieses Drecksleben!

Jeder von uns gibt mehrere dieser Aussagen täglich von sich. Wir haben generell etwas zu meckern. Wir bemängeln das Wetter, sei es zum warm oder zu kalt. Wir mokieren uns über die Kleidung anderer, trauen uns aber selbst nicht in ausgefallenen Klamotten rumzulaufen. Wir sind ständig gereizt und innerhalb von einer Sekunde auf der Palme. Sind wir einmal nicht ganz so genervt sind wir von der Arbeit gestresst und meckern über diese, über das, die Kollegen oder den Chef. Egal, Hauptsache Frust!

Selbst wenn alles gerade irgendwie super läuft wird gemeckert und sei es nur über das Fernsehprogramm. Wieso können wir die Zeit die wir haben nicht genießen? Wieso ist es den Menschen, es gibt natürlich Ausnahmen, nicht vergönnt einfach nur glücklich zu sein? Wie erreichen wir dieses Glück? Muss man es suchen? Muss es einen finden? Kann man es überhaupt erreichen? Besser, ist dieses perfekte, religiös gesprochen himmlische, Leben wirklich erreichbar?

Gerade diese Fragen hindern uns vermutlich daran wirklich Glücklich zu sein. Gedanken über das Glück zerstören es. Wenn man über Glück nachdenkt stellt man es bereits indirekt in Frage. Immer wenn man über sein Glück nachdenkt rekapituliert man Situationen, versetzt sich an entscheidende Punkte in seinem Leben zurück und fragt sich ob das alles so richtig war, was man da getan hat. Aber das hilft einem nicht auf dem Weg in Paradies. Man muss die Zeit einfach genießen. Ohne wenn. Ohne aber. Frei nach Madsen:

“Das ist vielleicht die beste Zeit in unserem Leben! Und so will ich sie erleben!”

Written on June 22nd, 2010. 2 Comments

Steh auf wenn du am Boden bist

Es ist dunkel. Schemenhaft nehme ich die Umrisse meiner Umgebung wahr. Irgendwo in der Ferne spielen die Farben verrückt, werden erst Gelb und dann Rot. Ich blinzele. Die Sicht bleibt schlecht. Ich bemühe mich durch den Schleier der sich vor meine Augen legte, klare Umrisse erkennen zu können. Zum Glück sind vor mir keine Hindernisse, gesehen hätte ich sie nicht. Egal, es geht immer weiter. Trotz der Musik habe ich das Gefühl jeden einzelnen Tropfen auf meiner Hose zu hören.

Ein weiteres Blinzeln lichtet den Schleier etwas. Die Farbe verändert sich und wird zu einem leuchtenden Grün. War sie schon immer so? Bevor ich sie richtig realisiere, habe ich sie hinter mir gelassen. Die Musik übertönt jedes andere Geräusch. Die Nadel irgendwo bei 70 verschwimmt wieder vor meinen Augen. Ich beachte sie nicht weiter. Es tropft immer noch. Ich muss hier raus. Stadtgrenze. Liedende. Ich höre den Motor. Erst jetzt realisiere ich das ich immer noch im dritten Gang fahre.

Tankstelle. Rechts ran. Zigaretten kaufen. Die Person an der Kasse, schaut mich vermutlich seltsam an. Ich sehe sie nicht richtig. Egal. Sonnenbrille ist trotz Regen Pflicht. Zigarette anmachen, weiterfahren. Weg nur weg. Der Schleier wird wieder stärker. Ich greife in meine Tasche. Irgendwo sind die Taschentücher. Alle schon benutzt. Egal. Der Schleier lichtet sich. Ich erkenne die Autos vor mir gerade noch rechtzeitig. Meine Gedanken schreien jetzt nicht mehr dauerhaft “WEG HIER!”

30 Kilometer habe ich hinter mir gelassen. Ein Feldweg. Wieder rechts ran. Hinsetzten. Nachdenken. Rauchen. Verzweifeln. Mit sich selbst, mit der Welt, ringen. Die Frage nach dem Sinn der Existenz macht sich breit. Ich schüttele sie ab. Ich zwinge mich dazu normal zu denken. Mein Puls beruhigt sich. Zigarette aus machen. Weiter fahren. Fenster auf. Musik laut. Fahrtwind. Ich komme zur Ruhe.

Written on June 9th, 2010. 4 Comments

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