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Seeed Braunschweig

[Konzert] Seeed in Braunschweig

Der 01. März 2013 war bei vielen feierwütigen regionalen Affen rot und fett im Kalender angestrichen. An diesem Tag war es soweit. Zum ersten Mal öffnete sich der Dancehall-Himmel über dem schönen Braunschweig und entsandte uns elf heilige Musiker, die das kleine Löwenstädtchen ordentlich zum Kochen brachten. Die Rede ist von Deutschlands erfolgreichster Dancehall-Reggae-Band „SEEED“. Angeführt von den Frontsängern Pierre Baigorry, Demba Nabé und Frank A. Dellé wurden sie von 8000 Fans in der Braunschweiger Volkswagen Halle empfangen – Und Roadeo war live vor Ort.

Die in 1998 gegründete Band ist für ihren einmaligen basslastigen Riddim-Sound bekannt und somit unter den Kennern der Musikwelt eine einzigartige Kombination zwischen Dancehall und Reggae. Mit Tracks wie „Ding“, „Music Monks“ oder „Waterpumpee“ wurden sie nicht nur national sondern auch international berühmt. Für ihren starken, internationalen Bekanntheitsgrad sorgte zudem ihr Auftritt bei der Eröffnungsfeier der Fußball Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland. Nach einer längeren Pause und der Verwirklichung der Soloprojekte der einzelnen Frontsänger ziehen die Berliner Jungs nun mit ihrem neuen Album „Seeed“ durch Deutschland und feiern ein riesengroßes Comeback.

Aufgrund einer hartnäckigen und fiesen Erkältung war die Kombination aus Schmerzmitteln und Bier mein Freund und Helfer des Abends. Im Nachhinein kann ich diese Verbindung nicht gerade weiterempfehlen, aber was tut man nicht alles für S 3E D. Nachdem die Vorband ihr letztes Lied trällerte und ich mehr Zeit mit dem Beschaffen sowie Austreten von Getränken verbrachte, als der Band (ohne mir bekanntem Namen) zuzuhören, ging es auch schon los. Unter tobendem Applaus und Jubel der 8000 angereisten Affen auf Rang und Boden marschierten elf weitere Affen auf die Bühne und begrüßten die Menge mit einem Ohrgasmus einer bassintensiven „Wir sind Seed“-Version. Alle Sitzplatzbesitzer waren zu diesem Zeitpunkt schon auf ihren Beinen. Meine Kopfschmerzen feierten mit mir Arm in Arm, die Knie fühlten sich an wie Zuckerwatte, Vibrationen umhüllten meine Gänsehaut und der Rhythm lies meine Blutkörperchen zucken und tanzen.

Peter Fox heizt die Menge ein. Er wedelt wie ein Irrer mit seinem schweißgetränkten Handtuch, während Boundzound und Dellé von den Boxen aus ihre Performance abliefern. Die Gewinner des Bundesvision Song Contest 2006 tragen allesamt dunkle Anzüge. Ihre einstudierten Moves sorgen für tobenden Beifall von den Braunschweigern. Lieder wie „Dickes B“, „She got me twisted“ und „Molotov“ werden durch die Halle gebrüllt, dann packt Foxi Hits seines Soloprojekts aus. Die Menge tobt. Und als alle denken, dass dieser besondere Abend nicht zu toppen ist, hört man von weitem die dumpfen Klänge gewaltiger Trommeln – Cold Steel betritt das Haus, 8000 Menschen tanzen zu „Augenbling“ und die komplette Halle wird abgerissen. DANKE SEEED!

electric daisy carnival

Electric Daisy Carnival – Elektronische Musik in den USA

Elektronische Tanzmusik – oder auch EDM, Electronic Dance Music, genannt – schlägt mittlerweile nicht mehr nur in Ibiza, den Niederlanden oder in der deutschen Technohauptstadt seine Wellen. Dank schneller Internetverbindungen und vielen Genre-Mashups, die in den letzten Jahren entstanden sind, ist elektronische Musik auch in den USA angekommen. Und wie man die Popkultur der USA kennt, passiert nichts ohne den großen Stil. Produzenten wie David Guetta haben nun Popstars wie Usher zum Kunden. Und alle treten zusammen bei Events wie dem iHeartradio Music Festival auf. Große Vorreiter von elektronischer Musik wie Diplo spielen nur vor ausverkauften Riesenhallen (die sich wohl kaum mit den deutschen Locations vergleichen lassen).

Der Erfolg des Electric Daisy Carnival zeugt von genau dieser Entwicklung. Das Festival, das ursprünglich 1996 gegründet wurde und 5000 Leute anzog, war dieses Jahr schließlich in Las Vegas bei 230.000 Besuchern angekommen. Es ist damit wahrscheinlich eines der größten Elektronischen Festivals der Welt. So viele Besucher bekommt man aber auch nur in der Stadt der Sünden unter. Dort können sich die Raver und Touristen ganz auf die bereits gewappnete Infrastruktur für Feiernde verlassen. Es gibt genügend Hotels und Casinoresorts in der Umgebung, die die Masse an Besuchern aufnehmen können. Zudem fühlt sich wahrscheinlich niemand von dem Festival gestört, immerhin ist es eine Sache der Gewohnheit, dass Touristen die Stadt überschwemmen, um friedlich Party zu machen. Egal also, ob Casinos, Pokertuniere, Celine Dion Konzerte oder Zirkusvorführungen: in dieser Stadt findet jedes Event seinen Platz.

Interessanterweise unterscheidet sich aber das begehrte Line Up dieses Karnevals sehr stark von den qualitativ hochwertigen Namen, die man hierzulande kennt. Tiesto, David Guetta und Armin van Buuren sind nicht mehr unbedingt populär. Man möchte meinen, die USA machen erst noch einen Prozess durch, der bald in Minimaltechno und Chicago House enden wird (so wie es etwa in den deutschen Clubcharts der Fall ist). Bis dahin wird es wohl noch einige Jahre dauern. Zur Trauer all derjenigen, die sich amerikanische Popmusik gerne angehört haben: mittlerweile hört sich das Spektrum der Popmusik nur noch nach Trance und ganz schlechtem Dubstep an.

So lange regieren Veranstaltungen wie der Electric Daisy Carnival die Popkultur. Die Nebenveranstaltungen in anderen amerikanischen Städten wie Orlando sind auch sehr erfolgreich – es bleibt abzuwarten, ob der Trend tatsächlich anhält.

10 Jahre Grand Hotel van Cleef

10 Jahre Grand Hotel van Cleef Festival

Gestern war es also. Das Fest der Feste. Der Tag auf den ich seit drei Monaten warte. Auf der Trabrennbahn in Hamburg fand das Jubiläums Festival anlässlich des 10. Geburtstages des wunderbaren Grand Hotel van Cleef Labels statt. Da musste ich einfach dabei sein. War ich dann auch. Im Gepäck hatte ich noch drei Atzen die genauso auf die Musik vom Hotel abfahren wie ich und schon war eines der besten Konzerterlebnisse meines Lebens perfekt. Nicht nur das praktische alle der aufgetretenen Bands zu meinen absoluten Favoriten gehören, nein auch die Stimmung, der Sound und der Humor kam nicht zu kurz. Bernd Begemann der die Aufgabe des (un)dankbaren Pausenfüllers übernehmen musste war unfreiwillig komisch, da seine Art vielerorts für Unmut und lustige Kommentare sorgte. Die Ansagen von Thees waren wieder einmal StandUp vom Feinsten und Jürgen Vogel hat sowieso großartig gespielt. Ja es war ein traumhaftes Festival.

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[Konzert] Bosse – Staatstheater Braunschweig

Vor einiger Zeit verstarb der (Theater-)Regisseur, Aktionskünstler und Talkmaster Christoph Schlingensief. Da der werte Herr auch einen Lehrauftrag an der Hochschule für Bildende Künste (HBK) in Braunschweig inne hatte, erschien es dem Staatstheater Braunschweig nur logisch eine spontane Spendenaktion für sein Operndorf in Burkina Faso auf die Beine zu stellen. In Rahmen dieser Aktion spielten Bosse ein kostenloses Unplugged Konzert im Großen Saal des Staatstheaters Braunschweig.

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