Das Kind in Dir – Abschnitt 5: Urlaub mit den Eltern
Den letzten Abschnitt über Hörspiele habe ich ausgelassen, weil ich als Kind keine Hörspiele hatte. Aber Urlaub hab ich gemacht. Viel. Oft. Exotisch. Macht euch auf eine lustige und spannende Reise gefasst. Und ja ich bin wieder zu spät.
Ich werde hier nicht alle Reisen erwähnen die ich mit meinen Eltern gemacht habe, sondern einige wenige die mir besonders im Kopf geblieben sind. Das wären zum einen die Reisen nach Brasilien und auf die Philippinen und zum anderen die Reisen nach Frankreich und Bonair. Wir haben noch einige andere Europäische Länder besucht, aber da kann ich mich nicht mehr so gut dran erinnern.
Frankreich
Die Reise die am längsten her ist, ist die Fahrt mit dem Wohnwagen nach Frankreich. Die Fahrt war soweit ganz in Ordnung. Der Campingplatz in Lyon war jetzt nicht so der Hit und die Küste auch nicht so der Renner. Allerdings sticht die Reise durch eine Sache hervor, die wir danach zum Glück nie wieder erlebten. Kurz nach einem Tunnel gerieten wir in eine Art Stau.
Da die andere Spur generell schneller ist, wie man Volkstümlich weiß, sind so einige Autos an uns vorbeigezogen. Manche Fahrer ganz normal, andere haben gehupt und wie blöd auf den Wohnwagen gezeigt. Wir auf die nächste Raststätte und den Wohnwagen kontrolliert. Dabei tritt mein Vater rein aus Gewohnheit gegen die Reifen (Reifendruckkontrolle). Was passiert. Es klimpert. Wir gucken. Ist die letzte (!) Mutter vom Rad abgefallen. Glück, aber heftigst!
Brasilien
Noch davor oder auch danach haben wir eine Reise nach Brasilien unternommen. Eine Reise von krassesten Gegensätzen und sehr sehr strangen Flugzeugen. Zum einen haben wir uns an der Küste wunderbare niedliche Schildkröten und Delphine angesehen, haben in einem klasse Hotel gewohnt und es gut gehen lassen. Die Hotelanlage ist in meinen Erinnerungen monströs groß. Allerdings gingen die Fahrstühle nicht.
Zum Anderen hatten wir die einzigartige Möglichkeit als “reiche” Weiße unbeschadet in die Slumgebiete gehen zu können und uns das ganze reale unbeschreiblich schreckliche Elend aus der Nähe anzusehen. Es im Fernsehen zu sehen ist das eine. Live ist es unfassbar. Was mich aber fasziniert hat, war die Tatsache das die Menschen trotz der Tatsache, das sie Essen von der Müllhalde aßen immer noch ständig am lachen waren und “Glücklich” schienen.
Philippinen
Irgendwann kurz nach dem Millennium habe ich dann meine Eltern auf die Philippinen begleitet. Ein Traumurlaub wie er im Buche steht. Wir haben nicht in einem normalen Hotel gewohnt, sondern in Bambushütten. Echten philippinischen Bambushütten. Unfassbar geniale Erfahrung. Klar hatten wir auch fließend Wasser aber trotzdem. 10 Meter vom Strand entfernt wohnen hat schon etwas ganz besonderes.
Das Wasser war Blau, besser gesagt Türkis und der Strand einfach nur weiß. Das war Karibik pur. Das Wasser war auch noch glasklar, man konnte gut 20 Meter in die Tiefe sehen. In diesem Urlaub habe ich dann auch meinen Tauchschein gemacht. Das war mehr als Ultra. Das war schon pornös. Sollte ich jemals in meinem Leben Geld haben. Ich mein so richtig Geld. Ich werd mir da irgendwo ein Haus kaufen.
Bonair
Die letzte Reise die ich mit meinen Eltern unternahm (außerhalb Deutschlands) war nach Bonair. Bonair liegt in der Mitte der ABC Inseln. Auch genannt die Inseln unter dem Wind. Lange Zeit war Bonair holländisches Hoheitsgebiet. Mittlerweile aber ist Bonair eigenständig. Trotzdem fliegt nur KLM dorthin und so gut wie alles was man im Supermarkt kaufen kann ist Niederländisch. Selbst das Bier. Damit kann man aber Leben.
Dies war mein zweiter übertrieben perfekter Tauchurlaub. Nicht nur habe ich zum ersten Mal ziemlich tödliche Fische gesehen, nein ich habe auch ein echtes Wrack gesehen. Ein Wrack. Irgendein kleineres Handelsschiff. Auf 40 Metern tiefe. Das war ein ganz besonderes Gefühl da dran vorbei zu tauchen. Erstens weil es ein gottverdammtes Wrack war und zweites war ich zum ersten Mal auf 40 Metern Tiefe. Phänomenal!
PS: Ja ich weiß ich bin wieder zu spät dran aber ich musste diesen Beitrag einfach schreiben. Danke Mama! Danke Papa!
Das Kind in Dir – Abschnitt 3: Abenteuer draußen
Dieses Mal dachte ich eigentlich, dass ich mehr Zeit habe, um das Ganze mal etwas eher zu schreiben. Aber naja, es kommt, wie es kommen musste und ich bin einen ganzen Tag zu spät. Ausgewertet ist auch schon und so geht die dritte Runde offiziell ohne mich zu Ende. Ich wollte dennoch kurz über meine kindlichen Abenteuer in freier Wildbahn berichten.
Nachmittags 17 Uhr, Spätsommer. Zaghaft wird die Klingel gedrückt und mein bester Freund macht die Tür auf. "Kommst du noch raus spielen?" frag ich ihn und er schaut mich etwas erstaunt an. "Es ist doch schon nach fünf, da muss ich erst mal Mama fragen!” Er durfte. Also wurde sich bei mir in den Garten gesetzt und in irgendwelche alten Steinplatten Dinge hinein interpretiert, die jeder Erwachsene für paranormal gehalten hätte. Wir aber fanden es ziemlich logisch, dass wenn die Maiglöckchen nachts um 12 läuten, Geister auferstehen. In meinem Garten. Ich mein, wieso nicht?!
Zeitsprung. Meine Freunde hatten mittlerweile 'Bäumchen, wechsel dich!' gespielt und so waren einige neue dabei und alte nicht mehr. Auf jeden Fall zelteten wir zu der Zeit regelmäßig in den jeweiligen Gärten. Mutproben, fremde Gärten und die ersten Alkohol- bzw. Nikotinerfahrungen inklusive. Wir fanden ziemlich viele Schwimmbäder in unserer Straße und wurden von Flutlichtscheinwerfern entdeckt. Wir spielten nächtelang 'Spiel des Lebens' auf demjenigen, der zuerst einschlief, und probierten, in einen alten Bunker in einem nahe gelegenen Waldstück einzudringen.
Aber natürlich spielten wir auch Fußball, gingen auf Klettergerüste, küssten die ersten Mädchen hinter Bäumen oder ließen uns unsere Fahrräder im Ghetto klauen. Meine Jugend spielte sich zu einem großen Teil im Freien ab. Danke an alle dafür, auch wenn ich meist (sehr diplomatisch gesprochen) das Opfer war. Besonders dann, wenn wir mal wieder Wasserschlacht spielten, jemand meine Kuscheltiere in den Garten warf oder wir einfach nur im Gartenteich schwimmen waren.
Das Kind in Dir – Abschnitt 2: Trickserien
Etwas sehr sehr spät, mal gerade drei Tage vor Abgabe, wende ich mal wieder der Aktion “Das Kind in Dir” von Heuni zu. Im Abschnitt 1 ging es bekanntlich um Spielsachen. Dort wurde von Lego über Matchbox bis hin zu Barbie eigentlich das Gängigste genannt. Nun kommen also die Trickserien. Welche habe ich gesehen, welche wollte ich sehen und durfte ich das überhaupt.
Kindertrickserien gibt es viele. Micky Maus, Dragonball, Pokemon, Duck Tails, Lucky Luck, … man könnte die Liste ewig fortsetzen. Welche habe ich davon jetzt gesehen? Fast keine! Problem waren meine Eltern. Meine Eltern hatten und das zieht sich bis heute durch meine Geschichte, noch nie einen Draht zu moderner Technik. Wir hatten deshalb eine Flimmerkiste die vermutlich kurz nach dem Zweiten Weltkrieg gebaut wurde und nur etwa sieben Programme zur Auswahl - ungefähr. Die öffentlich-rechtlichen Sender plus RTL sowie Sat1. Von Pro7 oder gar Nickelodeon waren wir soweit entfernt in meiner Kindheit, wie die Erde vom Mars.
Erschwerend kam für mich die Einstellung meiner Eltern hinzu, dass kleine Kinder eh nicht soviel Fernsehen schauen sollten. Ich durfte also unter der Woche nur eine Stunde vors Gerät, wenn ich meine Hausaufgaben gemacht hatte und einen eigenen Fernseher hatte ich sowieso nicht. Natürlich fanden mein großer Bruder und ich Schlupfwinkel, wenn meine Eltern nicht da waren zum Beispiel. Daraufhin wurde die Tür zum Fernsehraum abgeschlossen. Wir hebelten sie fast jeden Tag aus. Am Wochenende durften wir Morgens zu mindestens, bis meine Eltern aufgestanden waren und wir Frühstücken sollten, Fernsehen gucken. In diesen Fällen schauten wir auf RTL den Micky Maus Club mit Balu der Bär, Die Gummibären und Vieles was da sonst noch lief. Allerdings nie wirklich viel. Da wir dann doch sehr schnell eher SNES gezockt haben.
Das klingt jetzt alles etwas Strange und stellt meine Eltern auch nicht wirklich in einem besonders guten Licht da. Im Nachhinein jedoch muss ich ihnen dafür danken. Ich komme gut ohne Fernsehempfänger aus. Klar ich hab DVB-T aber nur an meinem PC. Serienjunkie bin ich trotzdem. HULU und CO sei Dank! Es gleicht sich alles wieder aus. Die letzte Kinderserie die ich geguckt habe, war “Avatar – The last Airbender”, letzte Woche!