[Software] Windows 8 Review

Ende Oktober ist der neuste Streich aus Redmond für die breite Öffentlichkeit erhältlich gewesen. Ich hatte ja bereits die Consumer Preview sowie die Public Beta installiert. Zeit genug also um das neuste Betriebssystem aus dem Hause Microsoft, Windows 8, einem Review zu unterziehen. Was hat sich geändert? Was ist neu? Was ist gut? Was ist schlecht? und wieso sollte man eigentlich umsteigen, wenn Windows 7 doch schon super ist? Hier also das Windows 8 Review.

Installation

Ich habe Windows 8 sowohl auf meinem Heim PC als auch auf meinem Laptop installiert. Auf dem Laptop habe ich von der Consumer Preview auf die finale geupdated und auf dem PC direkt von Windows 7. Kommt man von der Preview Version, so konnte man scheinbar nicht updaten, sondern musste eine Neuinstallation vornehmen. War für mich aber okay, da ich den Laptop eh anders formatieren wollte. Auf dem Windows 7 System hingegen konnte man einfach Update auswählen und schon ging die Installation los. Die Geschwindigkeit dieser hängt natürlich immer von der Geschwindigkeit des Systems ab, dauerte in meinem Fall aber nur ca. 20 – 30 Minuten. Für ein neues Betriebssystem mit automatischem Updatedownload während der Installation vollkommen im Rahmen wie ich finde. Zum Abschluss der Installation kann man sich ein Live.com Konto anlegen oder ein lokales Konto. Da ich eh seit Jahren ein Live.com Konto besitze habe ich dieses auch verwendet.

LockScreen
Windows 8 Lockscreen mit Infoicons

Wieso ein Live.com Konto?

FÜr viele Otto-Normal Anwender wird ein lokales Konto reichen. Da die wenigsten noch wirklich mit Desktop-PC UND Laptop arbeiten. Habt ihr aber zwei Produktivsysteme im Einsatz und würdet gerne einige Einstellungen synchronisieren, so lege ich euch das Live.com Konto ans Herz. Nicht nur das euer Wallpaper automatisch synchronisiert wird, auch die Systemeinstellungen werden übernommen. Besonders attraktiv ist jedoch die SkyDrive Einbindung. Windows eigene Dropbox wenn man will. Ihr bekommt 5GB kostenlos und könnt so schnell eure Dokumente in Hintergrund in die Cloud pushen. Der ganze Spaß kann noch mit dem neuen Office 2013 verbunden werden, so das auch dort alle Einstellungen synchronisiert und die Dokumente automatisch im SkyDrive gespeichert werden. Natürlich solltet ihr an die Sicherheit denken und nicht jede Rechnung dort hinterlegen, aber für Uni PDF Dokumente oder Vorlesungsmitschriften, die nicht immer mühsam per Hand von Laptop auf PC übertragen werden sollen ist dies großartig.

Erste Schritte und Modern UI & Appstore

Ist die Installation abgeschlossen und man loggt sich zum ersten Mal ein, wird man nicht mehr mit dem Windows bekanten Desktop begrüßt, sondern mit dem in Kachelformen angeordneten neuen Startmenü. Eine Neuerung zugunsten der Desktop/Tablet Integration. Eine zudem wirklich gelungene dazu. Die Kacheln sind übersichtlich, klar strukturiert und können in Gruppen angelegt werden – für eine bessere Übersicht. Außerdem sind einige (bisher nur Microsoft interne) Kacheln mit Inhalten ausgestattet. So sieht man z.B. eine Zufallsrotation seiner Bilder, oder die neusten Nachrichten direkt in der Kachel. Das schafft besonders nach dem Start eine schnelle Übersicht! Auch der Hintergrund des „Startmenü“ ist anpassbar und hat von klassisch-einfarbig bis verspielter-LSD-Trip alles dabei.
Die Apps für die Kacheln besorgt ihr euch einfach über den hauseigenen AppStore, welcher leider zum heutigen Zeitpunkt einfach lächerlich designed ist. Ich konnte bisher keine Suchfunktion finden. Allerdings könnt ihr, wenn ihr per Live.com synchronisiert schnell nachgucken welche Apps ihr alle auf den anderen Systemen installiert habt. Feine Sache wie ich finde.

MetroUI
MetroUI Startbildschirm

Der Desktop

Der Desktop ist praktisch noch der alte, nur der Startbutton ist weg. Die Umgewöhnung ist erst einmal schwer, aber nach mittlerweile 6 Monaten vermisse ich ihn nicht wirklich. Die Kacheln sind halt einfach das Startmenu geworden. Ich hab mich an entweder die Kacheln für die meist genutzten Programme oder aber Windows+Q für die schnelle Suche von nicht so oft genutzten Programmen und Menüpunkten so gewöhnt, das ich das Startmenü schon viel zu umständlich finde. Klar kann man sich über den Sinn bei einem Desktopsystem streiten, aber für Tablets und Co. ist es eine hervorragende Lösung. Wollt ihr dennoch nicht auf euer geliebtes Starmenü verzichten besorgt euch Start8 und zack habt ihr euer Startmenü wieder.

Was gibt es sonst noch zu sagen?

Die MetroUI ist die wohl größte Änderung der letzten Jahre bei Microsoft aber die wirklich relevanten Änderungen für Windows 8 liegen unter der Haube verborgen. Das Betriebssystem ist im Vergleich auf denselben Hardwarekonfigurationen schneller geworden im Vergleich zu seinem Vorgänger.

Kopieren in Windows 8
Kopieren in Windows 8

Das Kopieren von Dateien geht wesentlich flotter und die Kopiervorgänge lassen sich endlich pausieren, für den Fall das einer doch noch schneller fertig werden soll. Außerdem öffnet nicht mehr für jeden Vorgang ein Fenster sondern diese werden untereinander in einem einzigen Fenster angeordnet. Außerdem bin ich sehr zufrieden, das Microsoft für Konstanz in den Programmoberflächen sorgt und nun auch endlich der Explorer die aus Office 2007, 2010 und auch 2013 bekannte Ribbon-Oberfläche implementiert hat.

Fazit

Microsoft hat, meiner Meinung nach mit Windows 8 den richtigen Schritt gemacht. Viele meckern zwar über die Oberfläche und das verlorene Startmenü und warum überhaupt nicht sowieso jeder Unix benutzt, aber das ist der falsche Ausgangspunkt. Microsoft will dem Otto-Normal-Kunden ein System verkaufen, welches sich konstant über die verschiedenen Peripheriegeräte gleich anfühlt. Einer der sinnvollsten Schritte der letzten Jahre in Redmond. Windows Phone hat die Kacheln eingeführt, da ist es nur logisch diese auch für das Tablett bzw. wahlweise den Desktop zu übernehmen und dem User somit eine vertraute Umgebung zu bieten in der er sich sofort zurecht findet. Für nicht Touchsysteme hat dies unter Umständen kleinere Usabilityeinbußen, aber da man als Konzern wie Microsoft zukunftsorientiert denken muss, ist dies durchaus nachzuvollziehen.
Solltet ihr euch Windows 8 kaufen bzw. kostenlos von der Uni besorgen? Jein. Solltet ihr nicht unbedingt wert auf die hier vorgestellten Dinge legen, kann ich euch ruhigen Gewissens weiterhin Windows 7 empfehlen. Wer aber gerne das neuste hat, tüftelt und zukunftsorientiert handelt, sollte sich Windows 8 ansehen. Man wird nicht enttäuscht.

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