Get yourself a car and ride it on the wind

Die Idee alles stehen und liegen zu lassen. Der Gedanke von Freiheit. Die Luft einer neuen Umgebung. Dieser Traum, dieses eine Gedankenspiel, es setzt sich zu gerne wie ein Parasit in den eigenen Kopf. Besonders dann, wenn man es eigentlich gar nicht braucht. In Stresssituationen in der Uni, der Schule, der Arbeit oder auch im Kindergarten ist diese Reaktion nur verständlich. Allerdings tendieren wir dazu immer dann das Weite suchen zu wollen, wenn Menschen denen wir Nahe stehen, nerven, streiten oder einfach nur den neu gekauften Pullover von KIK kritisieren.
Ein großer Teil der Menschen wird diesen Traum ihr ganzes Leben verfolgen. Sie finden jedes einzige Mal eine neue Ausrede wieso sie gerade, also wirklich nur gerade einfach nicht gehen können. Jedes andere Mal Leute, aber dies Mal ehrlich nicht. Am liebsten würde man diesen Menschen so kräftig in den Arsch treten, dass sie direkt dahin fliegen wo sie hin wollen. Natürlich immer voraus gesetzt, man wünscht ihnen das Positivste was die Welt ihnen geben kann. Freundschaft und so. Erklärt sich aber von selbst, denke ich.
Das Problem ist gar nicht, wie gerne und oft behauptet wird, das etwaige Einstellen des Kontaktes, sondern viel mehr die Angst vor dem Schritt die wohl vertraute Umgebung zu verlassen und komplettes Neuland zu betreten. Die Angst vor der Veränderung. Volker Pispers greift diese Einstellung auch in einem seiner Programme auf. Wir wollen keine Veränderung. Wir laufen mit Absicht immer wieder in den gleichen Hundehaufen, da wir wissen was passieren wird. Wer kann schon ahnen was passiert wenn wir ausweichen, das wären ja unvorhersehbare Konsequenzen. Hier liegt der Pudel im Pfeffer und weint. Er will ja, aber kann nicht.
Wir kaufen uns lieber ein Reihenhaus in einer mittelteuren Wohngegend mit 25qm Garten und freuen uns über Nachwuchs (ein Junge/ein Mädchen) und die Tatsache, dass wir nur 10 Minuten von den eigenen Eltern entfernt wohnen. Wir schlagen uns mehr schlecht als recht durch ein x-beliebiges austauschbares Leben und freuen uns darüber. Irgendwo in uns ist aber immer diese Stimme. Sie schreit nach Freiheit. Nach Veränderung. Nach Neuem. Nach Unbekanntem. Nach der weiten Welt. Sie will uns daran erinnern unser Leben zu leben und es nicht zu verschenken an Bequemlichkeit und spießbürgerliche Träume. Allerdings haben wir ihr vor langer Zeit den Kehlkopf entfernt.






ja, du hast recht mit deinem text, gut geschrieben!
Jammern und Wehmut hilft da auch nicht – wen das spießbürgerliche Leben an-nervt muss ausbrechen! aber nicht viele Menschen haben die Energie um auszubrechen….
Sehe ich genauso! Nur is das schwerer als man denkt! Wie du ja auch schon richtig betonst!
Wirklich Wirklich sehr geil geschrieben! Top!