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October 2010 - roadeo.de

DGS Kongress in Frankfurt II

Es ist Donnerstag Nachmittag und die Sonne scheint immer noch. Überall wuseln die Soziologen rum. Überall finden ständig Vorträge, Plenen, Vorlesungen, Ad-Hoc Gruppen oder auch Foren statt. Manchmal bis zu 20 Veranstaltungen gleichzeitig. Überall Theorien, Konzepte und Kaffee. Kaffee scheint echt das Trendgetränk der Soziologie zu sein. Genauso wie das WC der Ort der wirklich tiefgründigen Theoriedebatten wird. Da stehen Systemtheoretiker neben Handlungstheoretikern und umgekehrt. Aber Spaß macht es trotzdem.

Als ich am Dienstag zum ersten Mal in Richtung Frankfurter Uni [Campus Westend] aufgebrochen bin, wollte ich noch einen Umweg machen und das Deutsche Film- sowie das Deutsche Architekturmuseum besuchen. Allerdings bauen die Beiden gerade um. Dumm gelaufen. Im doppelten Sinne. Also hab ich mich mit Sack und Pack in Richtung Innenstadt begeben. Ohne Stadtplan, ein Mann findet schließlich immer den Weg, wollte ich zur Hauptwache um mir einen Kaffee von Starbucks zu kaufen. Drei Stunden brauchte ich für effektiv 20 Minuten Fußweg. Durch das Bankenviertel bin ich über die Alte Oper zum Eschenheimer Tor gelangt. Immer unbewusst einen gewissen Radius um die Hauptwache herum. Irgendwann jedoch war ich da, hatte meinen Kaffee und war glücklich.

Da ich eh schon knapp drei Stunden unterwegs war, dachte ich mir, soweit kann das jetzt auch net sein und bin zu Fuß weiter zum Campus gegangen. Das hat dann wiederum super funktioniert und eine knappe halbe Stunde später stand ich vor der Mensa der Goethe Universität in Frankfurt Westend. Seitdem habe ich keine Lust mehr auf den Campus in Braunschweig. Klar hat Frankfurt vermutlich andere Mittel zur Verfügung und auch die Tatsache, dass die Uni am Rande der Stadt liegt und somit mehr Platz hat als die TU Braunschweig, ist bestimmt nicht unerheblich für die Auslösung eines positiven Gesamtgefühles wenn man dieses Areal der Glückseligkeit (massive Übertreibung) betritt. Scheiße, ich liebe den Campus, die Gebäude und die Grünflächen da einfach. Punkt! Hier macht lernen Spaß. Wette ich.

DGS Kongress in Frankfurt

Momentan findet in Frankfurt der Jubiläumskongress zum 100 Jährigen Bestehen der Deutschen Gesellschaft für Soziologie (DGS) statt. Die Hinfahrt mit der Bahn gestern war ziemlich entspannt und verlief ohne Probleme, Verspätungen oder sonstige Unannehmlichkeiten. Die Jugendherberge, das Haus der Jugend (HDJ), muss hier kurz gelobt werden. Modern, gut ausgestattet und erstklassige Zimmer. Besser als alles wo ich sonst so war.

Relativ kurz nachdem wir angekommen waren begann dann auch schon der erste Tag des Kongresses mit Begrüßungsreden, Vorlesungen und Preisverleihungen. Einer der Höhepunkte war sicherlich die Rede von Peter L. Berger, einem deutschen Soziologen der mittlerweile in den USA lehrt und eine Vorlesung zum Thema Religion im Zeichen der Transnationalen Vergesellschaftung hielt. Welches auch das Leitthema des diesjährigen Kongresses ist. Nicht die Religion sondern die Transnationale Vergesellschaftung. Wer mich leider enttäuscht hat war Martina Löw, eine Stadt und Raumsoziologin. Ihre Art zu reden ist sehr, sagen wir gewöhnungsbedürftig. Jedoch wurde Loriot Ehrenmitglied der DGS, was durch einen sehr amüsanten Zusammenschnitt seiner gesammelten Werke untermalt wurde.

An die offizielle Begrüßung anschließend gab es noch eine Kongressparty im Living XXL unter der Europäischen Zentralbank. Die Party hatte um 20 Uhr begonnen, durch die obligatorischen Verspätungen während einer drei Stündigen Begrüßung, waren die meisten Teilnehmer jedoch erst gegen 20:45 im Living XXL. Dies hatte für ebenjene Teilnehmer zur Folge, dass das angekündigte Buffet bereits leer war. Dafür das es überall angekündigte wurde, dass das Essen im Preis inbegriffen ist, war das schon eine ziemliche Unverschämtheit. Nicht das ich unbedingt was Essen wollte, aber von solch einem Kongress sollte man erwarten, das die Verantwortlichen in der Lage sind zu planen wie viel Essen man braucht. Naja wir waren dann im Vapiano.

Später sind wir dann in den Dreikönigskeller in der Nähe der Jugendherberge weitergezogen, was ein echter Geheimtipp ist. Es wurde kostenlos Blues von einer Liveband gespielt und auch die Preise sind sehr günstig. Wer mal in Frankfurt ist, sollte dort unbedingt hin.

I’m back oder was der Herbst so bringt

Endlich ist es geschafft. Die Sommerpause ist rum. War zwar keine Pause, nur Uni bedingtes “Kein Bock und keine Zeit auf schreiben” und so. Anyway, ich hab frei. Naja nur so halb, aber immerhin. Ich kann Eis essen, Kaffee trinken, Schuhe und Bücher kaufen … und muss dafür nicht mehr Amazon benutzen. Also nur bei den letzteren beiden. Ich hab also endlich drei der sechs Ausarbeitungen fertig und kann mich gelinde gesagt etwas entspannen. Natürlich heißt das, dass ich nun auch wieder öfter meine Textlichen Kreationen in die Weiten dieser Welt pusten werde und ihr somit wieder was für die Lauscherchens habt sofern ihr euch den Text vorlesen lasst.

Beiträge die vermutlich erscheinen werden, also nie und pseudomäßig per Evernote geplant sind, sind unter anderem das Kettcar Konzert vom 29.07.2010, ein (wie beim Stiller versprochener) Beitrag über mein tolles “neues” Spielzeug Smartphone, AndroidApp Empfehlungen, zwei oder drei Albenkritiken, Filmkritiken und natürlich und das freut mich besonders hab ich auch wieder Ideen für ein paar Geschichten. Insgesamt kann man also gespannt sein. Ich bin es am meisten und frage mich ernsthaft was ich davon wirklich umsetzten werde. Schaun ma ma dann semma scho!

Ich wünsch euch jedenfalls ein gutes Wochenede und genießt die letzten Strahlen der Sonne.