Gesponserte Vorlesungen – Die Zukunft der Lehre?

[via wifoe.halle.de]
Momentan haben wir die letzte Soziologie Vorlesung in unserem Themenmodul Zukunft der Arbeit! Dieses Modul war als Vorlesungsreihe mit unterschiedlichen Dozenten bzw. Dozentinnen aufgebaut worden, für ein breiteres Themenspektrum. Die Idee dahinter ist klasse. Man bekommt unterschiedliche Sichten auf die Dinge mit und lernt direkt aus dem Beruf. Leider war die Umsetzung eher mangelhaft.
Vorlesungen mit unterschiedlichen DozentInnen sind klasse. Sie fördern das Verständnis, schaffen neue Perspektiven auf alte Probleme und lassen Einblicke in das echte, richtige Arbeiten zu. Jedoch sollten auch immer möglichst alle Seiten mit einbezogen werden. Sonst verkommt das Ganze in vielen Fällen zu einer desaströsen Werbeveranstaltung in der sich Bürokollegen die Klinke in die Hand geben. Es kann natürlich sinnvoll sein, dass man eine Seite die sonst weniger Aufmerksamkeit erfährt in der Vorlesung stärker vertritt. Allerdings müssen die Verhältnisse gewahrt werden. Totale Einseitigkeit ist immer fatal.
Unsere Vorlesung z.B. wurde in Zusammenarbeit mit der “Kooperationsstelle Universität und Gewerkschaft” entwickelt und geplant. Das ist ja erst Mal nicht verkehrt, die Gewerkschaften werden ja meist nur erwähnt wenn wieder ein paar IGM’ler auf der Straße stehen und Schilder in die Luft halten. Aber wenn dann die ganze Vorlesung praktisch nur auf den Gewerkschaften beruht dann frage ich mich schon ob ich in einer Vorlesung oder auf einer Gewerkschaftstagung bin. Jetzt komm mir bitte keiner mit der Aussage das doch auch Betriebsräte da waren. Erstens stimmt das nur in zwei Fällen und zweitens würde ich gerne Mal ein Vorstandsmitglied als DozentIn haben.
Das eigentlich Problem ist aber die Tatsache, dass sobald eine bestimmte Seite Gelder oder Ähnliches zur Vorlesung beiträgt, kann diese auch bestimmen wer oder was dort Auftritt bzw. besprochen wird. Dies fördert dann auch wieder die durch den Bologna Prozess angestoßene Diskussionen über die Vielfalt in bestimmten Studiengängen. Deshalb sollten Vorlesungsreihen mit unterschiedlichen DozentInnen größtenteils aus Studiengebühren finanziert werden. Damit die Studenten aktiv mitbestimmen können wer einen Vortrag hält und über was.





