Stranger in a strange World

Irgendwann einmal sagte man mir, das es zu Hause doch noch am schönsten sei. Hmm. Bezog sich diese Person auch auf Partys/Feiern/Alkoholexzesse? Weil also vom Aussehen der Stadt ist Braunschweig definitiv eine der schönsten Städte die die Republik zu bieten hat, aber Partytechnisch, wobei ich hier das Privatpartyniveau anspreche, sind wir Durchschnitt zwar Top. Aber was ich am Freitag in Erfurt erlebt habe ist ohne Übertreibung, wohl eine der heftigsten Partys des Jahres gewesen.

Freitagmittag gegen 15 Uhr machten sich ein kleines (ich nicht) und ein großes (ich) Partymenschlein auf den riesigen Harz zu überqueren. Ich begab mich also zum ersten Mal in diesem Jahrtausend wieder in das Land der Luftbrücken und Kopfsteinpflaster. Ich fuhr tatsächlich nach Erfurt. Alleine (also nicht alleine, aber alleine halt) macht man sich da natürlich so seine Gedanken, verstehe ich die auch? Ich hoffe doch! Verstehen die mich? Ja! Haben die da Strom! *wegrenn* Aber wieso begab ich mich überhaupt in solche Gefahren? Relativ einfache Sache eigentlich, auf der andere Seite schmissen einige Partymenschlein die mit dem kleinen Partymenschlein befreundet sind eine Sommerfest/Geburtstags/WG-Abrissparty. Im Harz angekommen hat sich mein Empfang übrigens direkt nach dem “Grenzlokal”, das heißt wirklich so, verabschiedet. (Vorwarnung?) Ich weiß nicht wie das mit der totalen Abdeckung der Republik und der Generation Upload zusammenpasst, aber ich stehe ja auch nicht bei Vodafone unter Vertrag. Bin ja E-Plus Idiot.

Auf der anderen Seite des Harzes angekommen, funktionierte mein Handy auf jeden Fall wieder und auch sonst sah alles relativ Westlich aus scheinbar bringt der Solidaritätszuschlag was. Allerdings kamen wir dann in ein Dorf, welches diesen Zuschlag noch nicht wirklich gesehen hatte. Schon übel das es sowas gibt/gab, also das ist nicht negativ sondern verstimmt gemeint. Es kann doch nicht sein, das ein Dorf perfekt schön usw. aussieht, weil es an der B4 liegt und ein anderes etwas abseits der B4 noch komplett Kopfsteinpflaster (ja stilistische Übertreibung) hat. Aber regen wir uns hier nicht über die Ostpolitik der Regierung auf. Es gibt lustigeres, zum Beispiel Niedersachsenwerfen. Ein Dorf. Ein Name. Ein Witz. Wer bitte denkt sich so einen Namen aus? Frankfurt hat was mit einer Furt zu tun, Gießen vermutlich was mit Gießen aber Niedersachsenwerfen? Was um alles in der Welt wurde damals dort gemacht? Sei’s drum, wir diskutierten noch ein wenig die architektonischen Besonderheiten Thüringens (von der Bundeswehr geplante Brücken, Schieferhäuser und Fachwerk) sowie die umfassenden Baumaßnahmen überall und schwupp waren wir nicht da! Weiteres Trauer Thema der Politik, die Umbauarbeiten der Straßen im östlicheren Teil Deutschlands. Also so viele Umleitungen habe ich bis jetzt nur in irgendwelchen Komödien gesehen. Wir sind locker 30 Kilometer Umweg gefahren.

In Erfurt angekommen bekamen wir die größte, gigantischste, ja ich würde sagen die Parklücke überhaupt und hatten zum Glück Hilfe beim Tragen unseres Gepäcks (2 Kästen Bier) in den 4. oder 5. Stock. Von der Hitze total verschwitzt, begann man auch relativ schnell damit sich mit kaltem Bier abzukühlen oder aber die Hitzegefühle mit warmen Bier aus dem Kopf zu trinken. Die Partymenschleins, welche den ganzen Spaß organisiert hatten waren sehr freundlich und man konnte sie, wie auch alle anderen sehr gut verstehen. (Ich habe hiermit eine Lanze gebrochen, oder so!) Auf jeden Fall habe ich mich sofort wohl gefühlt, viele Menschen kennen gelernt. Auch Blogger. Sehr unterhaltsam. Im Verlauf der Party passiert mir allerdings eine sehr strange Sache. Mein Körper war betrunken und mein Geist war nüchtern. Anders kann ich das nicht in Worte fassen. Ich konnte einfach keinen Alkohol mehr zu mir nehmen, aber konnte mich noch artikulieren und auch sonst alles machen (kein Auto fahren) was ich sonst so tue wenn ich auf Partys bin (BlackJack/Koks/Ihr kennt den Rest).

Gegen drei Uhr war da auf einmal eines der Gastgeberpartymenschleins nicht mehr da. Wahr zu einer anderen Party gegangen. Fand die eigene wohl doof! Naja ich hab das ja auch schon gehabt, das ich lieber im Gebüsch geschlafen hab, als auf meiner eigenen Party zu bleiben. Ungefähr um die Uhrzeit, wollte mein Körper auch so langsam mal zur Ruhe kommen und zeigte mir, duuuuu, ich will schlaaaaafen. Leichter gesagt als getan. Gegen fünf Uhr hatte ich dann endlich einen Platz auf einem Schlafsofa ergattert, welches für zwei schon eng, aber für drei Menschleins schon wieder fast eine gewisse humoristische Grundstimmung vermittelte. Mich frohlockte die Gewissheit auf einschlafen bei schöner Musik. Also Kopfhörer in die Ohren, Kettcar an und Action. Ja Action. Problematisch war nämlich, meine Musik war auch auf maximaler Lautstärke noch lauter als die Party, die noch um mich herum statt fand. Also war man halt bis um 7 wach! Da wollten die ersten schon wieder nach Hause. Wieder nix mit pennen, komische Gespräche übers Auto fahren und Alkohol hielten uns dann bis neun Uhr wach. Da sind die ersten dann frühstücken gegangen und haben die Musik wieder angemacht. Scheiße dachte ich mir und bin auch aufgestanden.

Der nächste Tag verlief mit aufräumen, Katermittagessen und einigen seltsamen Aktionen (hmm lecker Apfelstrudel) dann doch relativ ruhig. Sogar die Polizei hat noch ein Foto von uns bekommen, obwohl auf der Party echt kaum welche gemacht wurden.

Geile Party, als ich endlich schlafen konnte, war ich zu Hause!

Mike Siedersleben

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