[Review] Der seltsame Fall des Benjamin Button

Benjamin Button wurde 1918 an dem Tag geboren, an dem der 1. Weltkrieg endete. Er kam mit den Gebrechen eines alten Mannes auf die Welt. Benjamins Vater, ein großer Knopfhersteller ging daran kaputt, dass seine Frau im Kindbett gestorben war und setzte Benjamin noch an dem Abend seiner Geburt aus. Auf den Eingangstreppen eines Altersheim abgelegt, wird er von der Cheffin eben jenes Heimes gefunden und als „Enkel“ in die Familie aufgenommen. Er probiert sein Leben so normal wie möglich zu leben, was sich unter gegebenen Umständen doch als recht schwirig erweißt. Am Ende… nein genaueres will ich nicht sagen, nur das es kein Standard Hollywoodende ist, das sei gesagt.

Was für ein Film, selten so überrascht worden. Die Tatsache wie die Geschichte erzählt wird, also aus welcher Perspektive, ist wirklich gelungen und auch der große Spannungsbogen (also eigentlich ist relativ früh alles klar, aber trotzdem) wird konstant auf einem für ein Drama/Liebesfilm wirklich gutem Niveau gehalten. Immer mal wieder tröpfeln Informationen durch, die den großen Rahmen besser ausleuchten und zum Schluss auch das Gesamtbld erklären.

Brad Pitt, welcher die Rolle des Benjamin Button spielt, stellt mit diesem Film wieder einmal sein Talent für größere Rollen unter Beweiß. Sein Auftritt ist von vorne bis hinten stimmig. Einzigster Kritikpunkt wäre, wenn überhaupt die Zeit als junger Erwachsener, welche etwas zu dick aufgetragen wirken könnte. Doch auch das wirkt im Gesamtbild stimmig. Cate Blanchett, welche seine Geliebte/Frau Daisy spielt macht ihre Sache auch perfekt. Besonders die Rolle der selbstverliebten Tänzerin gelingt ihr sehr gut. Was aber nicht zuletzt auch an der Maske liegt, welche in diesem Film eh mehr als bewunderswert ist. Alle anderen Schauspieler machen ihre Sache auch sehr gut, würden jetzt hier jedoch als einzel Beschreibungen den Platz sprengen, allerdings sei gesagt, dass ich finde das keine Rolle falsch besetzt wurde.

Ein weiteres Highlight ist der immer mal wieder auftauchende Humor, dieser ist zwar selten und meist auch etwas versteckt, aber wenn er da ist, sitzt er. In einer der lustigsten Szenen sitzt der greise Benjamin in der Badewanne und ihm wachsen die ersten Haare an den verschiedensten Stellen, aber nicht nur die Haare wachsen auch anderes beginnt zu wachsen. Der Blick nachdem er das in der Badewanne feststellt ist herrlich.

Insgesamt ist dieser Film schon jetzt einer der Filme des Jahres für mich. Er ist einzigartig von der Story und auch sonst auch etwas besonderes und das obwohl seine Art leicht an Forest Gump erinnern mag. Jedoch schafft es Benjamin Button etwas ganz eigenes zu schaffen. Prädikat: Pflicht!

Mike Siedersleben

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3 Kommentare

  1. Hmmm … Pflicht?

    Ich fand den 165 Minuten Klopper anfangs ganz interessant, jedoch auf Dauer wirklich einschläfernd. Wenn man anfangs bereits gehört hat, dass „Benjamin Button“ als „alter Mann“ geboren wird und stets jünger wird und eine Frau kennen lernt, kann man sich nahezu alles schon vor dem Kinobesuch zusammenpuzzeln. Der Rest der noch geschieht ist eigtl. bei den ersten Begegnungen mit den Charakteren hervorsehbar und daher existiert da so gut wie garkein „Spannungsbogen“!

    Es gibt die ein oder andere Weisheit übers Leben, die vllt. nachdenklich macht, aber dafür brauch ich mir wirklich keine 165 Minuten relativ langweiligen Film ansehen.

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