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[Essay] BILD - Dir (D)Eine Meinung

Kreatives Schreiben ist eins von vielen Wahlfächern, welches man für den erfolgreichen Abschluss des Bachlors of Arts in den Intigrierten Sozialwissenschaften belegen muss. Hierbei lernt man, wie man einen Essay schreibt, einen Kommantar verfasst oder eine wissenschaftliche Arbeit publiziert. Als Bewertungsgrundlage für das erfolgreiche Bestehen dieses Seminars dient ein Essay über ein frei wählbares Thema. Aufgrund der Tatsache, dass es besonders in der letzten Zeit wieder vermehrt zu Problemen damit gekommen ist, habe ich als Thema die BILD gewählt. Dies ist die Einleitung

Von Bildern und Buchstaben

Vier Großbuchstaben. Weiß auf rot. BILD. Für die einen ist es eine Zeitung, für die anderen das schlimmste legale Presseerzeugnis, das Deutschland je hervor ge-bracht hat. Die Geschichte beginnt mehr oder weniger unscheinbar im Jahre 1952 in Ham-burg: Axel Springer, der 1946 zusammen mit seinem Vater den Axel Springer Ver-lag gründete, hatte sich während der Besatzungszeit der Briten von deren Boule-vardpresse inspirieren lassen und wollte etwas Ähnliches auch in Deutschland aufbauen. „Mitarbeiter und Freunde beobachten, wie er [Axel Springer] auf dem Boden seines Wohnzimmers hockt, umgeben von Zeitungsausschnitten, Schlagzei-len, Fotos und Zeichnungen. Mit Papier, Schere und Kleister bastelt der Verleger am Layout für eine neuartige Zeitung“. Wenig später erscheint am 24. Juni 1952 die erste Ausgabe der BILD Zeitung. Diese wird kostenlos in der Hamburger Innenstadt verteilt und ist ab dem folgenden Tag für zehn Pfennig am Kiosk erhältlich. Gennantes brachte der Bild Zeitung einen langjährigen Spitznamen ein – Groschenblatt.

In den Anfangstagen macht die BILD ihrem Namen alle Ehre. Sie enthält zu dieser Zeit oft Artikel, die nur aus einem Bild und der dazugehörigen Unterschrift beste-hen. Die Definition einer Zeitung sieht allerdings anders aus: Eine Zeitung sei ein „in regelmäßiger Folge erscheinendes Presseerzeugnis, das durch öffentliche Zu-gänglichkeit, Zeitnähe und inhaltliche Vielfalt gekennzeichnet ist.” Nach meinem Verständnis sollte eine Zeitung zudem seriös, diffe-renziert, unparteiisch und weitestgehend objektiv sein oder zumindest aus ver-schiedenen Positionen über die aktuellen Geschehnisse in der Welt berichten.

Wenn ich aber an die BILD denke, fällt es mir schwer, dieser Zeitung die eingangs genannten Eigenschaften zuzuordnen. Vielleicht hat die BILD gerade deswegen im Laufe der Jahre auf den Untertitel „Zeitung“ verzichtet. Doch nicht nur mir geht es so: In der Gesellschaft ist die BILD auch eher negativ behaftet. Dies muss ich zu-mindest immer wieder feststellen, wenn ich mit Freunden oder Familie über ebendiese Zeitung diskutiere. Viele von ihnen kritisieren den Sensationsjournalismus und die unmenschlichen Recherchemethoden der BILD, welche ich später an einem Beispiel der Persönlichkeitsrechtsverletzung von Danny Freymark (Mitglied der Jungen Union) erläutern möchte. Die deutsche Punkband „Die Ärzte“ drückt es in ihrem Lied „Junge“ noch etwas deutlicher aus. Dort heißt es zum Ende des Liedes: „[…]die BILD besteht […] aus Angst, Hass, Titten und dem Wetterbericht[…].“

Doch gerade diese schon fast allgemein anerkannte negative Meinung über die BILD hat mich nachdenklich gestimmt: Folgen wir alle vielleicht einfach nur einer gigantischen Meinungsbildungsmaschinerie anderer großer Tageszeitungen, die gezielt in die negative Richtung manipulieren wollen, oder ist die BILD Zeitung wirklich so schlecht wie alle behaupten? Würde sich eine solche Zeitung nicht zwangsläufig irgendwann selbst in den Untergang reiten? Um diese Fragen zu be-antworten muss man sich nur einmal in die (Online)Archive der BILD begeben und sich die Überschriften und Aufmacher der letzten zwei bis drei Jahre ansehen. Dort wird man von einer gigantischen Masse an seltsamen, schlimmen und manchmal einfach nur amüsanten Texten nahezu überhäuft. Jedoch reicht es für den Anfang auch schon, wenn man sich einfach nur die, meiner Meinung nach kontroverse bzw. zweideutige, BILD Reklame ‘Bild dir deine Meinung‘ zu betrachten und einmal versucht genauer zu analysieren.

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